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Prof. Dr. Ulrike v. Hirschhausen

Universität Rostock
Guest Fellow
08.02.10-26.03.10
18.08.10-04.09.10

Freiburg Institute for Advanced Studies
School of History

    CV

    Geboren 1964; 1986-1990 Studium der Geschichte und Germanistik an den Universitäten Freiburg und Stanford/USA; M.A. Stanford University; 1996 Promotion an der Universität Tübingen; 1997 Wolf-Erich-Kellner-Gedächtnispreis für die Dissertation; 1997-2002 Dozentin für Europäische Geschichte an der Lettischen Universität und der Lettischen Kulturakademie Riga; 2005 Habilitation an der Universität Göttingen; 2005 – 2008 Professurvertretungen an den Universitäten Leipzig und Bielefeld; Auszeichnung der Habilitationsschrift im H-Soz-Kult-Wettbewerb „Das historische Buch des Jahres“ Kategorie Europäische Geschichte: 20007: Platz 7; 2008: Platz 4; 2006-2010 Leitung des Forschungsprojekts „Empires. Chancen und Krisen multiethnischer Großreiche im 19. und frühen 20. Jahrhundert“an der Universität Hamburg; 2010 Platz 1 der Berufungsliste für die W3-Professur für Geschichte, Leuphana Universität Lüneburg; 2010 Platz 1 der Berufungsliste für die W3-Professur für Neuere und Neueste Geschichte, Universität Wuppertal, Ruf abgelehnt; 2010 Platz 1 der Berufungsliste für die W3-Professur für Europäische und Neueste Geschichte an der Universität Rostock, Ruf angenommen

     

    PUBLIKATIONEN (Auswahl)

    Monographien

    • Liberalismus und Nation. Die Deutsche Zeitung 1847-1850, Düsseldorf 1998, (Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 115)
    • Die Grenzen der Gemeinsamkeit. Deutsche, Letten, Russen und Juden in Riga 1860-1914, Göttingen 2006, (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft Bd. 172)
    • Empires und Nationalstaaten im 19. Jahrhundert, zusammen mit Jörn Leonhard, Göttingen 2009, 2. Auflage 2010 (FRIAS Rote Reihe, Band 1)


    Herausgeberschaften

    • Nationalismen in Europa. West- und Osteuropa im Vergleich, zusammen mit Jörn Leonhard, Göttingen 2001.
    • Multi-Ethnic Empires and the Military: Conscription in Europe between Integration and Desintegration 1860-1918, zusammen mit Jörn Leonhard, Themenheft des Journal of Modern European History 2/2007
    • Comparing Empires. Encounters and Transfers in the Long Nineteenth Century, zusammen mit Jörn Leonhard, Göttingen, Vandenhoek & Ruprecht Verlag 2011, (Schriftenreihe der FRIAS School of History, Bd.1)


    Ausgewählte Aufsätze

    • Europäisierung, zusammen mit Kiran Patel, in: Docupedia-Zeitgeschichte, online, 15 S., 29.11.2010
    • Beyond Rise, Decline and Fall – Comparing Multi-Ethnic Empires in the Long Nineteenth Century, zusammen mit Jörn Leonhard, in: Leonhard/Hirschhausen, Comparing Empires, 2011, S. 9-34.
    • People that count. The Imperial Census in Europe and India in Nineteenth and Early Twentieth-Century Europe and India, in: Leonhard/Hirschhausen, Comparing Empires, 2011, S. 145-170.
    • The Limits of Ornament. Representing Monarchy in Great Britain and India in the Nineteenth and Early Twentieth Century, in: Leonhard/ Hirschhausen, Comparing Empires, 2011, S. 219-236
    • Europenisation in History. An Introduction, zusammen mit Kiran Patel, in: Europeanisation in the 20th Century, hg. von Martin Conway und Kiran Patel, London 2010, S. 1-18.
    • From minority protection to border revisionism The European Nationality Congress 1925-1945, in: Europeanisation in the Twentieth Century, S. 87-109.
    • Citizenship in Austria-Hungary 1867-1923 between imperial inclusion and national exclusion, in: European Review of History 16, No.4 (2009), S. 551-573.
    • Imperium, in: Studienhandbuch Östliches Europa, Bd. 2, Geschichte des Russischen Reiches und der Sowjetunion, hg. von Dietmar Neutatz u.a., 2. erweit. Auflage, Köln/Wien 2009, S. 228-234.
    • Does the Empire strike back? The Model of the Nation in Arms as a Challenge for Multi-Ethnic Empires in the 19th and early 20th century, zusammen mit Jörn Leonhard, in: Journal of Modern European History 2/2007, S. 196-223.
    • Die Konkurrenz um Verortung: Raumentwürfe zwischen „baltischen Provinzen“ und „Latvija“ im 19. und frühen 20. Jahrhundert, in: Bernhard Struck u.a. (Hg.), Grenzregionen. Ein europäischer Vergleich vom 18. bis 20. Jahrhundert, Frankfurt 2007, S. 155-180.
    • Denkmal im multiethnischen Raum. Zum Umgang mit der Vergangenheit in der Gegenwart Lettlands, in: Helmut Altrichter (Hrsg.), GegenErinnerung. Geschichte als politisches Argument, München 2006, S. 51-65.
    • Baltischer Liberalismus im frühen 20. Jahrhundert: Ein regionales Konzept zwischen Demokratie und Nationalismus, in: Geschichte und Gesellschaft 29, Heft 1 (2003), S. 105-137.
    • Europäische Nationalismen im West-Ost-Vergleich: Von der Typologie zur Differenzbestimmung, gemeinsam mit Jörn Leonhard, in: Hirschhausen/Leonhard (Hg.), Nationalismen in Europa. West- und Osteuropa im Vergleich, Göttingen 2001, S. 11-48.

     

    FORSCHUNGSPROJEKT

    "Empires. Chancen und Krisen multiethnischer Großreiche im 19. und frühen 20. Jahrhundert."

    Die multiethnischen Großreiche Europas wurden lange Zeit primär im Zeichen ihres scheinbar unvermeidlichen Niedergangs beschrieben und gedeutet. Der einseitige Blick auf den Untergang der Großreiche zumal im Ersten Weltkrieg verstärkte die Prämisse, dass sich in den industriellen Gesellschaften des langen 19. Jahrhunderts überkommene religiöse, ethnische, dynastische oder regionale Bindungen aufgelöst hätten und durch das übergeordnete Paradigma der Nation ersetzt worden seien. Doch die politischen und kulturellen Umbrüche seit dem Ende des Kalten Krieges lassen eine solche Verengung auf die Strukturbedingungen des Nationalstaates nicht mehr zu: Neben das dominierende Thema der Nationalstaatsbildung tritt die Frage nach den historischen Alternativen und damit auch nach dem Typus des multiethnischen Großreichs.

    Diese Geschichte europäischer Empires lässt sich heute weder nur als Entwicklung von imperialen Hegemonialansprüchen schreiben noch auf ökonomische Imperialismustheorien reduzieren. Im Kontrast zu der Deutung einer bloßen Zerfalls- und Degenerationsgeschichte der Empires, die vom Ergebnis des 20. Jahrhunderts her argumentiert, analysiert das Forschungsprojekt die Integrationspotentiale der Empires – und deren Grenzen. Welche Mechanismen von Integration und Exklusion verhalfen den Empires im langen 19. Jahrhundert zu Stabilität, wie verschob sich diese Balance angesichts des neuartigen Modells des Nationalstaats und wie reagierten die Empires und ihre multiethnischen Gesellschaften auf diese Konkurrenz?