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FRIAS-Besuch in China

FRIAS-Besuch in China

Fudan II

FRIAS zu Gast in den Institutes for Advanced Study der Hong Kong University of Science and Technology (mit Prof. Angelina Yee, li.) und der Shanghaier Fudan University

China Shanghai II

Unter Leitung von Professor Werner Frick, Sprecher des FRIAS-Direktoriums, besuchte eine dreiköpfige Delegation des Freiburg Institute for Advanced Studies zwischen dem 18. und 29. Mai 2010 führende Wissenschaftsstandorte in der Volksrepublik China und konnte sich von der atemberaubenden Entwicklungsdynamik der chinesischen Gesellschaft und von der Aufbruchsstimmung an Chinas Universitäten überzeugen. In Hong Kong, Shanghai, Nanjing und Beijing war die Gruppe, der neben dem FRIAS-Sprecher auch Dr. Gesa von Essen, die Wissenschaftliche Koordinatorin der FRIAS School of Language & Literature, sowie Professor Wu Xiaoqiao, Germanist von der Pekinger Beihang University und gegenwärtig Affiliated Alexander von Humboldt Research Fellow der LiLi-School des FRIAS, angehörten, zu Gast in vier der wichtigsten Institutes for Advanced Study an chinesischen Eliteuniversitäten. Zugleich bot der Besuch – an den Stationen Shanghai und Nanjing als Teil einer größeren Freiburger Universitätsdelegation unter der Leitung von Rektor Hans-Jochen Schiewer – Gelegenheit zum umfassenden Informations- und Gedankenaustausch mit Rektoren, Dekanen und anderen verantwortlichen Vertretern der besten chinesischen Hochschulen (Hong Kong University of Science and Technology, Fudan, Jiao Tong und Tongji Universities in Shanghai, Nanjing University sowie Peking University und Tsinghua University in Beijing) und ihrer interdisziplinären Forschungszentren im Bereich der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften. „Von den enormen Anstrengungen, die China gegenwärtig unternimmt, um mit seinen besten Universitäten an die Weltspitze vorzustoßen, kann man nur beeindruckt sein“, fasst Werner Frick seine Reiseeindrücke zusammen, „und im Gegensatz zur deutschen Exzellenzinitiative, deren längerfristige Folgen im Augenblick noch kaum absehbar erscheinen, dürften die in China in Gang gesetzten Entwicklungen nachhaltig und unumkehrbar sein. Wenn man sieht, wie China sich das Ziel setzt, jährlich vier Prozent seines Bruttosozialprodukts in den Ausbau seiner universitären Spitzenforschung zu investieren, und wie dieses Ziel – wie uns Professor Jie Zhang, Rektor der Shanghaier Jiao Tong-Universität, auf deren brandneuem und hochmodernem Campus erklärte – bislang allein darum nicht erreicht wurde, weil das Bruttosozialprodukt immer noch schneller wuchs, als die zur Verfügung gestellten großzügigen Mittel ausgegeben werden konnten, dann kann man als Angehöriger einer unterfinanzierten und unter allgemeinen Sparzwängen ächzenden mitteleuropäischen Traditionsuniversität nur neidvoll staunen. Man begreift dann auch, dass wir uns in Deutschland und Europa allerhand werden einfallen lassen müssen, wenn wir im globalen Wettbewerb der Spitzenuniversitäten mittelfristig Schritt halten wollen.“

China Schiewer

Rektor Schiewer und Prof. Frick mit Associate Vice President Zhou Xian (li.) und Prof. He Chengzhou (re.) im Institute for Advanced Studies in Humanities and Social Sciences der Nanjing University

China Institute Advanced Studies Nanjing

Zu den aus FRIAS-Sicht aufschlussreichsten und ermutigendsten Erkenntnissen der Reise gehört der Befund, dass auch die führenden Forschungsuniversitäten Chinas in der Einrichtung eigener Institutes for Advanced Study ein vorzüglich geeignetes Instrument sehen, um herausragende Forscherpersönlichkeiten an sich zu binden, ihre wissenschaftliche Leistungsfähigkeit zu steigern und ihren Internationalisierungsgrad zu erhöhen. Dies gilt unterschiedslos für die beiden besuchten Kollegs mit natur- und technikwissenschaftlichem Schwerpunkt, das Institute for Advanced Study der Hong Kong University of Science and Technology und das Institute for Advanced Study der Pekinger Tsinghua-Universität, wie für die beiden geistes- und sozialwissenschaftlich ausgerichteten Institutes for Advanced Study an der Shanghaier Fudan-Universität und an der (durch einen Partnerschaftsvertrag mit der Albert-Ludwigs-Universität verbundenen) Universität von Nanjing. Mit allen vier renommierten Forschungskollegs wurden Fortsetzungsgespräche vereinbart und teilweise bereits konkrete Kooperationsmöglichkeiten ins Visier genommen. Alle vier Institute wollen eigene Delegationen zu der vom 25. bis 27. Oktober 2010 neu angesetzten Freiburger Konferenz weltweiter „University-Based Institutes for Advanced Studies (UBIAS)“ entsenden.

China Institutes of Advanced Studies

 

links: Institute for Advanced Study der Tsinghua University, Beijing

rechts: Gespräche mit dem Direktor des Tsinghua Institute for Advanced Study, Prof. Nieh Hwa Tung

 


China Gespräch Tsinghua

Einen Höhepunkt der Reise stellte der Besuch im ‚chinesischen Harvard’, der Peking University (Beida) in Beijing, auf Einladung von Professor Xu Zhihong, Rektor der Beida-Universität von 2000 bis 2009, dar. Professor Xu gab der FRIAS-Delegation einen umfassenden Überblick über die gegenwärtige chinesische Wissenschaftslandschaft und ihre weiteren Entwicklungsperspektiven und stellte fruchtbare Gesprächskontakte zu verschiedenen interdisziplinären Zentren der Peking-Universität im Bereich der Geistes- und Naturwissenschaften her, darunter zu Beidas angesehenem Zentrum für Deutschlandstudien.

China Harvard

links: Eingangstor der Peking University (Beida) mit kalligraphischem Schriftzug von Mao Tse-tung.

rechts: Mittagessen mit dem Alt-Präsidenten der Peking University (Beida), Professor Xu Zhihong

China Beida I

Als besonders vielversprechend erwies sich der Besuch des Institute of World Literature der Peking-Universität, Sitz der Chinese Comparative Literature Association und eines World Auto/Biography Center. Zwischen dem Institute of World Literature und der FRIAS School of Language & Literature konnten konkrete Vereinbarungen zur Zusammenarbeit (sowohl bilateral wie mit weiteren internationalen Partnern) an gemeinsamen Konferenzprojekten zur kulturellen Globalisierung und zur „Weltliteratur im 21. Jahrhundert“ getroffen werden. Der Direktor des Instituts, Professor Zhao Baisheng, wird 2011 als External Senior Research Fellow für eine Forschungsperiode und zur Entwicklung weiterer Kooperationsperspektiven an das FRIAS kommen.

China Beida II

links: FRIAS-Delegation mit Prof. Zhao Baisheng (2. v.l.) vor dem Institute of World Literature der Beida University

rechts: Sitz der Chinese Comparative Literature Association an der Beida University

Chinese Comp. Lit. Association

06/2010