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Synchronization in Embodied Interaction

Der Forschungsschwerpunkt „Synchronization in Embodied Interaction“ stellt eine zentrale Hypothese in den Vordergrund, die in den einschlägigen Disziplinen bisher noch nicht eingehend untersucht wurde: Interpersonelle Kommunikation, sowohl in körperlicher Präsenz als auch in medialer Vermittlung, entwickelt sich mittels verschiedener multimodaler Ressourcen, die wiederum durch die komplexe Interaktion zwischen sprachlichen (bspw. Worte und Melodie) und körperlichen (bspw. Blicke und Gesten) Ausdrucksformen gekennzeichnet sind.
Eine wesentliche Prämisse des Forschungsschwerpuntkes ist die Annahme, dass Synchronisationsdynamiken für eine gelungene Kommunikation unabdingbar sind. Dabei verknüpfen die Interaktionsteilnehmer die Aktivierung von körper-energetischen Dispositionen, also Bewegungen, Blicke oder Gesten, mit den referentiellen semantischen Aspekten des gegenseitigen Verstehens, also Sprache.
Synchronisation kann als „dynamische und reziproke Angleichung von Ausdrucksformen zwischen Interaktanten“ definiert werden. Sie ist für die Schaffung von Resonanz sowie dem, was als „Resonanz-Räume“ zwischen den Menschen, die an einem bestimmten kommunikativen Ereignis beteiligt sind, bezeichnet werden kann, von zentraler Bedeutung.

 

Stefan Pfänder, Hermann Herlinghaus, Carl Scheidt und Claas Lahmann werden Synchronisation anhand unterschiedlicher Genres von alltäglicher und vermittelter Interaktion sowie in verschiedenen Szenarien psychotherapeutischer Intervention untersuchen. Zugleich schaffen sie damit genuine Verknüpfungen zwischen den Disziplinen Linguistik (Pfänder), Kulturanthropologie (Herlinghaus), Psychotherapie (Scheidt) und Körperpsychotherapie (Lahmann). Sie werden zudem Fachkollegen aus anderen Bereichen an das FRIAS einladen, um das neu entstehende Forschernetzwerk zu erweitern und Fragen zu beantworten wie beispielsweise: Wie wird eine gemeinsame Grundlage ausgehandelt und im Gespräch zum Ausdruck gebracht? Wie interagieren verbale und körperliche Ressourcen in gemeinsamen Äußerungen? Können kulturelle Unterschiede bei der Verwendung von verschiedenen Ausdrucksformen im Rahmen der Synchronisation beobachtet werden? Wie werden Synchronisationsstrukturen mittels medienbasierter Technologie konstruiert und wie können sie cross-medial erlernt werden?


Organisatoren


Abstract

Die verkörperlichte Interaktion bietet ihren Aktant/innen eine Vielzahl verkörperlichter Ausdrucksmöglichkeiten, mit denen Resonanz erzeugt werden kann. Diese Ressourcen umfassen z.B. Gestik, Blicke, Körperhaltung und Sprache. Ein großes Spektrum an Resonanzphänomenen kann in der Form synchronisierter Bewegungen identifiziert und operationalisiert werden, die sich sowohl aktanten- als auch ressourcenübergreifend manifestieren. Unsere  Forschungsfragen sind innerhalb der Interaktionsforschung verortet und fokussieren pragmatische Aspekte der Kommunikation. Wir betrachten Synchronisation aus einer interdisziplinären Perspektive. Die Verbindung linguistischer, psychologischer und kulturwissenschaftlicher Herangehensweisen ermöglicht uns den Aufbau einer nachhaltigen, konkurrenzfähigen empirischen und methologischen Basis für die Stellung eines interdisziplinären Drittmittelantrags.
Unsere Forschung wird die Universität Freiburg erfolgreich in dem hochaktuellen Forschungsparadigma der verkörperlichten Interaktion verorten.

Ausführliche Informationen über das Projekt und weitere Mitglieder der Forschungsgruppe finden Sie hier www.synsoma.eu