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Roboter als Rehabilitationshelfer

Philipp Kellmeyer und Oliver Müller, Mitglieder des FRIAS Forschungsschwerpunktes 2018/19, veröffentlichen Artikel in Science Robotics.
Roboter als Rehabilitationshelfer

© Linda Bucklin / Shutterstock.com

Philipp Kellmeyer, Neurologe am Universitätsklinikum Freiburg, und der Freiburger Philosophieprofessor Oliver Müller veröffentlichen in der renommierten Fachzeitschrift Science Robotics Ihren Beitrag "Soziale Roboter in der Rehabilitation: Eine Frage des Vertrauens". Die Forscher argumentieren, dass Roboter Physiotherapeut/innen der Rehabilitationstherapie entlasten, aber nicht ersetzen können. Damit ein Therapieansatz erfolgreich ist, müssen Patienten dem Einsatz von Robotertechniken vertrauen.

Roboter können mit Patienten, die motorische, kognitive oder sprachliche Beeinträchtigungen haben, Übungen zur Therapierung solcher Störungen durchführen. So können Roboter bestimmte Aufgaben des Pflege- und Therapiepersonals übernehmen, beispielsweise die Wiederholung von motorischen Bewegungen oder Sprachtrainings.

Aus Sicht der Wissenschaftler ist eine solche Therapie nur erfolgsversprechend, wenn Patienten dem Einsatz von Robotern für die eigene Genesung vertrauen und sich im Umgang mit diesen sicher  fühlen. Es ist daher notwendig, dass der Roboter menschliche Bewegungen erfassen, interpretieren, und vorhersagen und darauf eingehen kann. Neben den physischen Fähigkeiten des Patienten muss der Roboter den kognitiven, emotionalen und psychischen Zustand eines Patienten erkennen und die Therapie entsprechend anpassen können. Patienten müssen umgekehrt in der Lage sein, Bewegungen und Handlungen des Roboters, z.B. durch Mimik des Roboters, vorhersehen zu können. Denn für den Erfolg eines Therapieansatzes ist der Aufbau von Vertrauen zwischen Patient und Roboter essenziell.

Die Wissenschaftler argumentieren darüber hinaus, dass soziale Roboter Physiotherapeut/innen nur unterstützen, aber nicht ersetzen können. Es sei wichtig, den Einsatz von Robotertechnologien und anderen Arten künstlicher Intelligenz aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven zu beobachten und zu untersuchen. Gemeinsam mit der Rechtswissenschaftlerin Silja Vöneky und dem Informatiker Wolfram Burgard, beide an der Universität Freiburg, werden Philipp Kellmeyer und Oliver Müller weiter zu diesem Thema forschen. Als Teil des FRIAS Forschungsschwerpunkts 2018/19 wird die Forschergruppe ethische, rechtliche, philosophische und soziale Aspekte der Interaktion zwischen Menschen und autonomen Systemen und weiterer künstlicher Intelligenz untersuchen und sich mit Konsequenzen der Mensch-Maschine-Interaktion beschäftigen. Die interdisziplinär zusammengesetzte Gruppe wird während ihres zwölfmonatigen Forschungsvorhaben unter anderem von Shelly Levy-Tzedek, Leiterin des Kognitions-, Alterungs- und Rehabilitationslabors an der Ben-Gurion-Universität in Israel, und Mitautorin des veröffentlichten Artikels, unterstützt.

 

Kellmeyer, P., Mueller, O., Feingold-Polak, R. and Levy-Tzedek, S. (2018). Social robots in rehabilitation: A question of trust. Science Robotics, 3(21).

 

Weitere Informationen zur Publikation in der deutschen Pressemitteilung

Weitere Informationen über den FRIAS Forschungsschwerpunkt 2018/19

 

16/08/18