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Menschenrechte: ein Forschungsgebiet von wachsender Bedeutung

Zusammen mit führenden Institutionen im Bereich der Menschenrechtsforschung in Baden-Württemberg und Connecticut hat das FRIAS ein Konsortium für Menschenrechtsforschung eingerichtet.

Seit mehr als dreißig Jahren verbindet den US-Bundesstaat Connecticut und das Land Baden-Württemberg eine Partnerschaft. Beide Staaten haben auch gemein, dass sie einige der international führenden Institutionen für Menschenrechtsforschung beherbergen, zum Beispiel die Yale University in Connecticut, Human Rights Institute of the University of Connecticut, das Max Planck Institut für  für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg und das Freiburg Institute for Advanced Studies. Nun wurde ein transatlantisches Konsortium eingerichtet, das darauf abzielt bereits bestehende Verbindungen zwischen US-amerikanischen und deutschen Forschern zu stärken und das öffentliche Bewusstsein für die internationale Menschenrechtsforschung zu fördern. Zusammen mit dem Human Rights Institut der University of Connecticut wird das FRIAS zum Knotenpunkt für die wissenschaftlichen Aktivitäten und Verwaltung des Konsortiums. Als Co-Direktoren fungieren auf deutscher Seite Professor Silja Vöneky und FRIAS Direktor Professor Bernd Kortmann, auf US-Seite haben diese Aufgabe Professor Katharina von Hammerstein und Professor Sebastian Wogenstein (beide University of Connecticut) übernommen.

Menschenrechtsforschung ist ein Forschungsfeld von steigender Bedeutung, das eine Vielzahl von Disziplinen vereint. Was ursprünglich ein zentrales Thema der Rechtswissenschaften und der Philosophie war, zieht nun verstärkt auch Forscher aus Disziplinen wie der Anthropologie, Philologie und Geschichtswissenschaft sowie aus den Wirtschafts- und Politikwissenschaften und den Natur- und Lebenswissenschaften. Aufgrund dieser verschiedenen Ansätze gewinnt der Austausch über die Disziplin- und Ländergrenzen hinweg zunehmen an Bedeutung.

Das Konsortium hat seine Arbeit inzwischen bereits aufgenommen und wird sie im nächsten Jahr fortsetzen. Vier Arbeitsgruppen behandeln zentrale Aspekte der Menschenrechtsforschung.

  1. Die Gruppe „Human Rights, Science and Technology“ wird geleitet von Molly Land (University of Connecticut) und Silja Vöneky, die Professorin für Öffentliches und Vergleichendes Recht an der Uni Freiburg sowie FRIAS Fellow ist. Die Gruppe widmet sich unter anderem der Frage der gesetzlichen Regulierung von wissenschaftlichen und technologischen Innovationen. Thematisch knüpft die Gruppe nahtlos an Forschungsinteresse an, die im FRIAS bereits vertreten sind. So wurde der letztjährige Forschungsfokus „Responsible Artificial Inrtelligence“, in der auch Vönneky mitwirkt, in das neue Förderformat der SALTUS!-Gruppe transformiert und wird bis 2021 am FRIAS angesiedelt sein.
  2. Eine zweite Gruppe unter der Leitung von Niels Weidtman (Universität Tübingen) und Christopher Gohl (Weltethos-Institut Tübingen) widmet sich dem Thema „Philosophical Foundations of Human Rights“. Die Gruppe erforscht Universalitätsansprüche, die in Zusammenhang mit der Frage nach der Menschenwürde erhoben werden.
  3. Eine dritte Gruppe „Human Rights and International Relations“, geleitet von Achilles Skordas und Lucas Sanchez (beide vom Max Planck Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht Heidelberg), beschäftigt sich mit Menschenrechtsverstößen in Geschichte und Gegenwart und den juristischen Imolikation. Daneben erarbeitet die Gruppe eine kritische Menschenrechtsttheorie und entwickelt verschiedene Ansätze für bestimmte Regionen, etwa in Lateinamerika und Afrika.
  4. Eine vierte Gruppe „Human Rights Education and Solidarity“, unter der Leitung von Kathryn Libal (Human Rights Institute of the University of Connecticut), Dorothee Weitbrecht (Elisabeth-Käsemann-Stiftung) und Karin Amos von der Universität Tübingen, erarbeitet neue Wege und Methoden, um das demokratische Bewusstsein für Menschenrechte innerhalb der Gesellschaft zu stärken. Gleichzeitig plant die Gruppe Formate, um mit Praktikern vor allem in der Lehre in den Austausch zu treten.

Im Rahmen einer Konferenz, die im Mai 2020 im FRIAS stattfinden wird, werden alle Mitglieder des neuen Konsortiums zusammenkommen, um erste Ergebnisse einer breiteren akademischen Öffentlichkeit vorzustellen.

10/12/2019