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FRIAS-Alumnus Henning Jessen erhält Förderung von knapp einer Million Euro

VolkswagenStiftung fördert Jessens Forschung zu Stoffwechselprodukten

Henning Jessen (c) licence-freeDie VolkswagenStiftung unterstützt den Chemiker und FRIAS-Alumnus Prof. Dr. Henning Jessen der Universität Freiburg in ihrer Förderinitiative „Momentum“ mit knapp einer Million Euro über fünf Jahre. Henning Jessen erhält die Förderung für seine Forschung zu phosphorylierten Metaboliten – Stoffwechselprodukte mit angehängten Phosphatgruppen, die eine wesentliche Rolle in vielen lebenswichtigen Prozessen spielen. Ziel ist es, bislang unbekannte Verbindungen dieser Stoffklasse zu finden und ihre Funktion aufzuklären.

Suche nach unbekannten Verbindungen

Für die Stoffklasse der phosphorylierten Metabolite sind zahlreiche Beispiele bekannt. Phosphorsäureester etwa sind unter anderem Bestandteile des Erbguts sowie von Inositol-Pyrophosphaten, die als Botenstoffe den Energiehaushalt der Zelle überwachen. Phosphorsäureanhydride finden sich unter anderem im Adenosintriphosphat (ATP), der generellen zellulären Energiewährung. In Bakterien regulieren so genannte Magic Spot Nucleotide, die ebenfalls Phosphorsäureester und Phosphorsäureanhydride enthalten, zahlreiche Stoffwechselprozesse und sind an der Umgehung der Wirksamkeit von Antibiotika maßgeblich beteiligt. All diese Verbindungen weisen eine signifikant negative Ladung der Moleküle und oftmals zugleich eine hohe Instabilität auf.

„Die Entdeckung, Isolation, Beschreibung und Anwendung von Naturstoffen ist ein hochaktuelles Feld. Die Forschung in diesem Bereich fokussiert sich aber fast ausschließlich auf die Entdeckung neuer Moleküle, die nicht sehr polar und weniger instabil sind“, erklärt Jessen. Gemeinsam mit seinem Team hat er jedoch bei der Probenanalyse schon zahlreiche Hinweise auf bislang unbekannte polare und instabile Verbindungen erhalten, denen er nun nachgehen möchte. Mit speziellen Extraktionsmethoden sowie einer milden Analytik wird die Arbeitsgruppe versuchen, genau solche Metabolite anzureichern, zu isolieren sowie deren Funktion zu beschreiben.

Henning Jessen ist seit 2015 Professor für Bioorganische Chemie am Institut für Organische Chemie der Universität Freiburg und war von Oktober 2019 bis Juli 2020 Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)

Er ist Mitglied in den Exzellenzclustern CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies und livMatS – Living, Adaptive and Energy-autonomous Materials Systems. Sein Konzept, das nun im Rahmen von Momentum gefördert wird, weist insbesondere zur CIBSS-Forschung enge Bezüge auf und ist im Potenzialfeld Metabolismusforschung der Universität Freiburg angesiedelt. Für seine Forschung zu bakteriellen Stressbotenstoffen hat er 2019 einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) erhalten.

Diese Information wurde ursprünglich auf der Presseseite der Universität Freiburg veröffentlicht. Die offizielle Meldung ist hier zu finden.