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Prof. Dr. Günter Oesterle

Modern German Literature
Justus-Liebig-Universität Gießen
June - Aug. 08

Freiburg Institute for Advanced Studies
79104 Freiburg im Breisgau

    Lebenslauf

     

    ge.1941 em. Prof. Literaturwissenschaft und Kulturpoetik an der Justus-Liebig-Universität Giessen war von 1997-2006 erster oder zweiter Sprecher des Graduiertenkollegs "Klassizismus und Romantik", von 2001-2004 Sprecher des SFB "Erinnerungskulturen", 2004-2005 hatte er die Walter-Benjamin Professur in Jerusalem inne. Schwerpunkte seiner Forschungen sind: Die nicht mehr schönen Künste, Ornamentästhetik, Erinnerungskulturen, deutsch-französische Literatur und Kulturbeziehungen.

     

     

    „Eingedenken und Erinnern des Überholten und Vergessenen. Kuriositäten und Raritäten in den Werken Goethes, Brentanos, Mörikes und Raabes“, in: Gerhard Schulz, Tim Mehigan (Hgg.): Literatur und Geschichte 1789-1988. Frankfurt/M. 1989, S. 81-111.

    Artikel: „Arabeske“, in: Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden. Bd. 1. Hrsg. v. Karlheinz Barck, Martin Fontius u. a. Stuttgart 2000, S. 272-286.

    „Beobachten und Erinnern. Johann Peter Hebels Rheinländischer Hausfreund“, in: Anselm Haverkamp, Herman Kinder (Hgg.): Form und Geschichte. Festschrift für Wolfgang Preisendanz. Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 76/2 (2002), S. 230-249.

    „Die Grazie und ihre Widersacher. In Eduard Mörikes Epistel ‚An Longus’, in: Wolfgang Braungart, Ralf Simon (Hgg.): Eduard Mörike: Ästhetik und Geselligkeit. Tübingen 2004, S. 191-220.

    „Imitation und Überbietung. Drei Versuche Virtuosentum und Kunst in Stellung zu bringen“, in: Hans-Georg von Arburg (Hg.): Virtuosität. Kult und Krise der Artistik in der Literatur und Kunst der Moderne. Göttingen 2006, S. 47-59.

    „Souvenir und Andenken“, in: Der Souvenir. Erinnerung in Dingen von der Reliquie zum Andenken, Katalog anl. der Ausstellung „DerSouvenir, Erinnerung in Dingen von der Reliquie zum Andenken“, Museum für Angewandte Kunst Frankfurt, 29. Juni – 29. Oktober 2006 u. „Erinnerung ohne Dinge? Auf dem Weg zum digitalen Souvenir, Museum für Kommunikation Frankfurt, 29. Juni – 10. September 2006. Köln 2006, S. 16-45.

    „Dialog und versteckte Kritik oder ‚Ideentausch’ und ‚Palinodie’: Wilhelm von Humboldt und Friedrich Schiller“, in: Athenäum. Jahrbuch für Romantik 17 (2007), S. 135-158.

    „Die Attraktivität der Dinge im komischen Epos des Rokoko, insbesondere in der Wilhelmine von Moritz August von Thümmel“, in: U. Kronauer, W. Kühlmann (Hgg.): Aufklärung. Stationen – Konflikte – Prozesse. Festgabe für Jörn Garber. Eutin 2007, S. 231-246.

    „Erschriebene Gelassenheit. Zu den Kompositionsprinzipien in Walter Benjamins Deutsche Menschen“, in: Barbara Hahn, Erdmut Wizisla (Hg.): Walter Benjamins „Deutsche Menschen“. Göttingen 2008.

     

    FRIAS-Pojekt

     

    Evidenz, Intermedialität und Narrativität erinnerter Dinge in der Literatur des 19. Jahrhunderts

    Der Historismus lässt sich durch zwei Konjunkturen charakterisieren:  die Dinge und die Erinnerungen. Dolf Sternberger hat im Blick auf die  Literatur und Alltagswelt des 19.Jahrhunderts von der Präsentation  einer Überfülle von erinnerten Dingen gesprochen: Andenken aus allen  Epochen und Weltgegenden werden im Interieur, im Park oder im privaten  Kuriositätenkabinett versammelt und ausgestellt. - Die Andenkenskultur  des 19. Jahrhunderts ist museologisch, poetologisch, narratologisch  und medientechnisch aussagekräftig, weil sie nicht nur neue  Präsentationsformen des damals sich extrem ausweitenden Wissens  erschließt, sondern zugleich Kriterien des Sammelns, der Selektion,  der Kanonisierung und des Löschens erörtert. Dabei werden die  Beziehungen von Prähistorie und Historie, von Exotik und Ethnologie  und von industriell wie handwerklich Hergestelltem, in den Blick  genommen.

    Das Projekt am FRIAS konzentriert sich auf die Dingvernetzungen in  Romanen und Erzählungen des 19. Jahrhunderts. Über  Allusionstechnik  und Intertextualität dieser Autoren ist viel geschrieben worden, die  Forschung beginnt aber erst in allerjüngster Zeit über die narrative  Vernetzung und Positionierung von Andenken zu arbeiten. Sie wird im  ersten Schritt durch eine Verbindung von Erinnerungs- und Dingtheorie  erschlossen; im zweiten Schritt wird eine intermedialitätstheoretische  Text-Ding-Beziehung aufgegriffen u.a. um die kontovers geführte  Diskussion um pikturale Evidenz in Texten weiterführen zu können.

    „Kontroversen und Perspektiven in der Erinnerungs- und Gedächtnisforschung“, einleitender Vortrag zur Sektion 5: „Gedächtnis und kultureller Wandel“ anlässlich des Deutschen Germanistentages 2007 an der Philipps-Universität Marburg vom 23. bis 26. September (erscheint Herbst 2008).