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Prof. Dr. Nikolaus Henkel

Ältere deutsche Literatur
Universität Hamburg
Okt. 2010 - Okt. 2013

Freiburg Institute for Advanced Studies
79104 Freiburg im Breisgau

    CV

    Nikolaus Henkel wurde 1945 in Zella-Mehlis/Thüringen geboren. Er machte das Abitur 1965 am Ratsgymnasium zu Osnabrück. 1965-1967 leistete er Wehrdienst als Soldat auf Zeit und begann sein Studium 1967 in München (Fächer: Germanistik, Klassische und Mittellateinische Philologie), Staatsexamen 1972; MA 1973.
    1974 wurde er mit ‚Studien zum Physiologus im Mittelalter’ promoviert und setzte seine Ausbidung als Studienreferendar am Witttelsbacher-Gymnasium in München fort.
    1975 übernahm er eine Stelle als Wissenschaftlicher Assistent, ab 1978 als Assitenzprofessor an der Freien Universität Berlin, wo er sich 1984 für das Fach Deutsche Philologie habilitierte. Nach einer Vertretungsprofessur in Göttingen ging er auch eine Professur C3 nach Regensburg (1984-1996) und wurde 1996 auf einen Lehrstuhl an der Universität Hamburg berufen. 2006/2007 bekleidete er die Wolfgang Stammler-Professur an der Universität Fribourg/Schweiz. Er hat in mehreren Einrichtungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mitgearbeitet. Seit 2006 ist er Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

    Publikationen (Auswahl)

    Books and Editions

    • Studien zum Physiologus im Mittelalter, 1976
    • Deutsche Übersetzungen lateinischer Schultexte, 1988
    • Latein und Volkssprache im deutschen Mittelalter (with Nigel F. Palmer), 1992
    • Heinrich von Veldeke, Eneas-Roman. Vollfaksimile des Ms. germ. fol. 282 der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, 1992.
    • Heinrich von Veldeke, Eneas-Roman. Vollfaksimile des Ms. germ. fol. 282 der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Dokumentation, 1993.
    • Nemski viteski liriki s Slovenskih tal. Deutscher Minnesang in Slowenien (with Anton Janko, University of Ljubljana) 1997.

    Proceedings

    • Deutsche Bibelübersetzungen des Mittelalters (with Heimo Reinitzer), 1991
    • Latein und Volkssprache im deutschen Mittelalter. 1100-1500. Regensburger Colloquium (with Nigel F. Palmer), 1992.
    • Dialoge. Sprachliche Kommunikation in und zwischen Texten im deutschen Mittelalter. XVI. Anglo-German Colloquium (with Nigel F. Palmer, Martin Jones), 2003.
    • Wechselseitige Wahrnehmung der Religionen im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, hg. von Ludger Grenzmann, Thomas Haye, Nikolaus Henkel, Thomas Kaufmann, 2 Bde., Berlin – New York 2009/10.
    • Klöster und Inschriften (zusammen mit Chr. Wulf, Sabine Wehking), 2010

    Articles (selected)

    • Printed School Texts: types of bilingual presentation in incunabula (Colloquium Oxford, Bodleian Library), 1995.
    • Vergil's Aeneid and the medieval Eneas-Romances. In: The Classical Tradition in the Middle Ages and the Renaissance. Proceedings of the first European Science Foundation Workshop on "The Reception of Classical Texts.", 1995.
    • Die althochdeutschen Interlinearversionen. Zum literar- und sprachhistorischen Zeugniswert einer Quellengruppe, 1996.
    • Wer verfasste Hartmanns von Aue Lied Nr. XII ? Überlegungen zu Autorschaft und Werkbegriff im deutschen Minnesang, 1998.
    • Nibelungenlied und Klage. Überlegungen zum Nibelungenverständnis um 1200, 1999.
    • Schauen und Erinnern. Überlegungen zu Intentionalität und Appellstruktur illustrierter Einblattdrucke des 15. Jahrhunderts, 2000.
    • Kommunikative Leistungen einer literarischen Kleinstform. Die Spruchbänder in der ehem. Berliner Handschrift von Priester Wernhers 'Maria', 2000.
    • Vagierende Einzelstrophen in der Minnesangüberlieferung. Zur Problematik von Autor- und Werkbegriff um 1200, 2001.
    • Mediale Wirkungsstrategien des mittelalterlichen „Dramas“. Ein Beitrag zur Konstruktion historischer Intermedialität, 2003.
    • Textüberlieferung und Performanz. Überlegungen zum Zeugniswert geistlicher Feiern und Spiele des frühen und hohen Mittelalters 2004.
    • „Fortschritt“ in der Poetik des höfischen Romans. Das Verfahren der Descriptio im `Roman d'Eneas' und in Heinrichs `von Veldeke Eneasroman', 2005.
    • Wann werden die Klassiker klassisch? Überlegungen zur Wirkungsweise und zum Geltungsbereich literarisch-ästhetischer Innovation im deutschen Hochmittelalter, 2005.
    • Was soll der Mensch tun? Literarischer Vermittlung von Lebensnormen zwischen Latein und Volkssprache und die `Disticha Catonis', 2005.
    • Gesellschaftssatire im Spätmittelalter. Formen und Verfahren satirischer Schreibweise in den `Sermones nulli parcentes' (Walther 6881), 2008.
    • Sebastian Brant im Stasiland, 2009
    • Die ‚Carmina Priapea’ in Sebastian Brants Vergil-Ausgabe (1502), 2010

     

    FRIAS-Projekt

    Sebastian Brant, Jurist, Literat, Editor. Das Profil eines Intellektuellen im oberrheinischen Kulturraum um 1500

    Sebastian Brant, Professor an der Artes-Fakultät und an der Juristischen Fakultät der Universität Basel, hat mehrere wichtige juristische Textkompendien ediert, die zum Teil bis in die Barockzeit nachgedruckt wurden, dazu Werke der Kirchenväter und der lateinischen Klassiker. Er ist auch Verfasser zahlreicher lateinischer Dichtungen. Brants europäischer Ruhm beruht auf seiner groß angelegten Gesellschaftssatire, dem ‚Narrenschiff’ (‚Ship of fools’, 1494). – Die lateinische Fassung des ‚Narrenschiffs’, die ‚Stultifera navis’, hat er zwar von seinem Schüler Jakob Locher bearbeiten lassen, doch hat Brant selbst Marginalnotizen beigesteuert, die den Text der ‚Stultifera navis’ fortlaufend begleiten. Sie verweisen u.a. auf spezifische Stellen aus der Bibel, aus den römischen und griechischen Klassikern wie auch aus dem Römischen und dem Kirchenrecht. Diese Marginalnotizen sollen entschlüsselt werden, denn sie bilden Vorstellungen und Denkmodelle ab, die im Bewusstsein des juristisch, religiös und klassisch gebildeten Intellektuellen Brant um 1500 präsent waren.