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Prof. Dr. Gustavo Corni

Università degli Studi di Trento, I
Fellow
01.10.08-31.05.09
01.10.09-31.12.09

Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)
School of History

    Lebenslauf

    Geboren 1952 in Modena; Studium der Geschichte und Politikwissenschaften in Bologna 1970-1974. Beamteter Forscher ab 1981 bei der Universität Venedig. Professuren für Neuere und Neueste Geschichte, sowie für deutsche Geschichte in Chieti (1988-1992) und Triest (1992-1997). Seit 1997 Professor für Zeitgeschichte bei der Soziologischen Fakultät der Universität Trient. Seit 2001 Ordinarius. Fellow des Instituts für Europäische Geschichte, Mainz (1977-1980), der Humboldt Stiftung in Berlin (1992 und 2008), des Oxford Centre for Hebrew and Jewish Studies (1999/2000). Permanenter Gastwissenschaftler beim Institut für Zeitgeschichte, München. Fellow des Italienisch-deutschen Historischen Institutes in Trient. Visiting professor in Wien (1995/96). Mitglied des Kollegs des Internationalen Graduierten Kollegs „Politische Kommunikation“ (Hauptsitz die J.W.Goethe Universität Frankfurt a. Main).

     

    Veröffentlichungen

    MONOGRAPHIEN

    - Corni G., Ahonen P., Kochanowski J., Schulze R., Stelzl-Marx B., Stark T., People on the move. Forced population movements in Europe in the second world war and its aftermath, Oxford: Berg, 2008.

    - Corni G., Hitler, Bologna: Il mulino, 2007.

    - Corni G., Il sogno del 'grande spazio'. Le politiche d'occupazione nell'Europa nazista, Roma ; Bari: Laterza, 2005.

    - Corni G., I ghetti di Hitler. Voci da una società sotto assedio 1939 - 1944, Bologna: Il mulino, 2001 (Englisch 2002; Holländisch 2008)

    - Corni G., Gies, H., Brot-Butter-Kanonen. Die Ernährungswirtschaft im Staat Hitlers, Berlin: Akademie, 1997

    - Corni G., Introduzione alla storia della Germania contemporanea, Milano: Mondadori, 1995.

    - Corni G., Storia della Germania. Dall'unificazione alla riunificazione, Milano: Il saggiatore, 1999 (2. Auflage).

    - Corni G., La politica agraria del nazionalsocialismo 1930-1939, Milano: Franco Angeli, 1989 (Englisch, 1990)

    - Corni G., Fascismo, fascismi. Movimenti, partiti e regimi a confronto, Firenze: Giunti, 1989.

    - Corni G., Stato assoluto e società agraria in Prussia nell'età di Federico II, Bologna: Il mulino, 1982. p. 470.

    HERAUSGABEN UND MITHERAUSGABEN

    - Storia e memoria. La seconda guerra mondiale nella costruzione della memoria europea, Corni G. (a cura di), Trento: Museo Storico di Trento, 2007

    - A cura di Corni G., Dipper C., Italiani in Germania. Spostamenti, rapporti, immagini, influenze. Bologna: Il mulino, 2006. p. 731

    - Italien und Preussen. Dialog der Historiographien, Corni G., Liermann C., Kroll F. (a cura di), Tübingen: M. Niemeyer, 2005

    - Corni G., Hirschfeld G., L’umanità offesa. Stermini e memoria nell’Europa del Novecento, Bologna: Il mulino, 2002

    - Cali' V., Corni G., Ferrandi G., Gli intellettuali e la grande guerra, Bologna: Il mulino, 2000.

    - Corni G., I muri della storia. Storici e storiografia dalle dittature alle democrazie 1945-1990, Trieste: LINT, 1996.

    - Schiera P., Corni G. Cultura politica e società borghese in Germania fra otto e Novecento, Bologna: Il mulino, 1986

     

    FRIAS FORSCHUNGSPROJEKT

    „Die öffentliche Wahrnehmung der Ostfront in der Memorialistik in Italien, in Deutschland und in Österreich von 1945 bis in die 1960er Jahre”

    Die Erinnerung an den Krieg im Osten, lanciert von Hitlers Deutschland im Juni 1941, war bekanntlich von besonderen ideologischen Elementen gekennzeichnet, die von Anfang an den Krieg zu einem Weltanschauungskrieg bestimmt haben. Dieser Weltanschauungskrieg sollte Deutschland nicht nur die hegemoniale Vormacht auf dem ganzen Kontinent ein für alle Mal geben sichern, sondern die weit ausgedehnten raumpolitischen und rassenpolitischen Zukunftspläne der nationalsozialistischen Herrscher durchsetzen. Auch deswegen waren die Erfahrungen von Zivilisten und Soldaten an der Ostfront von einer besonders ausgeprägten Gewalt und ideologischen Intensität bestimmt.

    Diese propagandistisch gesteuerten Erfahrungen haben bekanntlich nicht nur mehrere Millionen deutsche Offiziere,  Soldaten und Angehörige der Zivilbürokratie betroffen (samt ihren Angehörigen). Mehrere Hunderttausend Offiziere und Soldaten aus anderen Ländern haben für kürzere und längere Perioden ebenfalls an diesem Krieg teilgenommen, oft als Freiwillige–Italiener, Rumänen, Ungarn, aber auch Finnen, Belgier, Franzosen, Spanier, usw.

    Die öffentliche Erinnerung und Verarbeitung der Geschehnisse im Osten war nach dem Krieg emotional beladen und besaß ohne Zweifel eine besondere Bedeutung in Deutschland und in den verbündeten Ländern, wie insbesondere die öffentliche Handhabung der Schlacht um Stalingrad beispielhaft zeigt. Was geschah nach 1945? Welchen Platz hat die öffentliche Erinnerung an die Ostfront in den am meisten betroffenen Ländern gehabt und/oder vonseiten der staatlichen Institutionen bekommen? Wie tief war die Prägung des Kalten Krieges auf die Gestaltung der öffentlichen Erinnerung in unterschiedlichen Fällen? Darf man von einer eindeutigen Spaltung zwischen Ost und West sprechen? Oder sind vielmehr die Sachen viel komplizierter in den einzelnen nationalen Fällen? Was für Änderungen hat der Fall des kommunistischen Staatensystems mit sich gebracht?