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Andreas Witzel

Mathematical Sciences
Courant Institute of Mathematical Sciences, New York University
New York, USA

Raum 208
Tel. 0761 203-97315
Fax 0761 203-97323

    Lebenslauf

    Andreas Witzel erhielt seinen MSc in Computational Logic von der TU Dresden im Jahr 2006 und seinen PhD in Computer Science vom Institute for Logic, Language and Computation der Universität von Amsterdam im Jahr 2009. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der formalen Modellierung gewisser Aspekte menschlicher Kognition und strategischer Interaktion, ausgerichtet auf Anwendungen in der Künstlichen Intelligenz.
    Seine Masterarbeit zu neuro-symbolischer Integration beschäftigte sich mit dem Übersetzen von qualitativem Schließen, repräsentiert durch logische Programme, in trainierbare künstliche neuronale Netze. Im Rahmen seiner Doktorarbeit untersuchte er Fragen aus den Gebieten Informatik, epistemische Logik und Spieltheorie, von formalen Methoden bis zu Anwendungen in der Künstlichen Intelligenz. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf logischen Systemen für Wissen und Kommunikation und der Anwendung von epistemischer Logik zur Simulation der Wissens- und Glaubenszustände künstlicher Agenten.
    Gegenwärtig ist er PostDoc am Courant Institute of Mathematical Sciences an der New York University, wo er Ideen aus Spieltheorie und Logik nutzt, um die Interaktion von Zellen zu studieren, mit dem Ziel, zum theoretischen Verständnis der Mechanismen beizutragen, die Mehrzelligkeit und Krebs zugrunde liegen.

    FRIAS-Projekt

    Bewältigungsverhalten in Notfällen

    Die Notwendigkeit des angemessenen Umgangs mit Notfallsituationen ist durch Großschadensereignisse bzw. Katastrophen wie das ICE-Unglück in Enschede 1998, den Angriff auf das World-Trade-Center 2001 oder auch den Tsunami 2004 verstärkt in der gesellschaftlichen Wahrnehmung angekommen. Aber auch die Häufigkeit individueller Notfallsituationen oder traumatischer Erfahrungen, wie z. B. Verkehrsunfälle oder Gewalterfahrungen, weist darauf hin, dass es wichtig ist, Menschen auf Notfallsituationen angemessen vorzubereiten und ihr Bewältigungsverhalten in potentiellen Notfallsituationen zu fördern. Ein wichtiger Aspekt der Bewältigung von Notfällen ist dabei die Art des Umgangs mit Gefühlen (Emotionsregulation bzw. Emotionsdysregulation) sowie die Frage der Trainierbarkeit angemessener Emotionsregulationsstile für Helfer und Opfer in akuten Notfallsituationen.
    Allerdings ist die Erforschung menschlicher Reaktionen in echten Notfallsituationen mit experimenteller Kontrolle und Variation zentraler Rahmenbedingungen aus ethischen und anderen Gründen nahezu unmöglich. In der Zusammenarbeit zwischen Expertinnen und Experten aus der Psychologie und der Informatik können dagegen neue Methoden entwickelt werden, um möglichst realitätsnah menschliches Verhalten in Notfallsituationen untersuchen zu können. So werden in der Informatik virtuelle Katastrophenszenarien entwickelt, die es den Untersuchungsteilnehmern ermöglichen, interaktiv in einer Szene mitzuwirken und zumindest ansatzweise das Stresserleben zu empfinden, das Menschen in solchen Situationen haben können (z. B. als Feuerwehrmann einen Waldbrand zu löschen; als Opfer oder Helfer in einem brennenden Haus einen Ausweg suchen). Bei der Entwicklung solcher VR-Szenarien wird die Expertise aus der Psychologie (Leitung: Prof. Tuschen-Caffier) dazu beitragen, Emotionen in Notfallsituationen angemessen modellieren und möglichst überzeugende Handlungspartner (Agenten) in virtuellen Umgebungen erzeugen zu können. Aus der Informatik (Leitung: Prof. Nebel) werden die Kenntnisse in der Erstellung von Simulationsumgebungen, aber auch z. B. aus der Rettungsrobotik und Handlungsplanung eingebracht.
    Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit verspricht, dass auf innovative Weise Notfallszenarien entwickelt werden, anhand derer das Erleben und Verhalten von Menschen in Notfallsituationen besser verstanden werden kann. Diese Erkenntnisse sollen wiederum in Trainingsprogramme einfließen, um das Bewältigungsverhalten von Menschen, die Notfällen ausgesetzt sein könnten (z. B. Rettungskräfte) zu verbessern.