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Christian Becker-Asano

Informatik
Technische Fakultät
Freiburg, Deutschland

    Lebenslauf
    Born 1976; 2003 Diploma-Degree in Computer Science at the University of Bielefeld; 2008 PhD in Computer Science/ Artificial Intelligence at the University of Bielefeld;
    2002 3rd prize of the Körber foundation; 2003-2008 Research assistant and faculty, Artificial Intelligence Group, Faculty of Technology, University of Bielefeld, Germany;
    2005 JSPS pre-doctoral fellowship (short-term) for research in Japan; 2008-2010 JSPS post-doctoral fellow, Intelligent Robotics and Communication labs, Advanced Telecommunications Research Institute, Kyoto, Japan; 2008-2010 JSPS post-doctoral fellowship for research in Japan; 2010 Visiting Researcher at ATR (IRC); 2010-pres. Return fellow of the Alexander von Humboldt-foundation, Department of Computer Science, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; 10/2010-pres. Junior Fellow, FRIAS Interdisciplinary Research Group;

    Veröffentlichungen
    (Auswahl)
    Books
    -    WASABI: Affect Simulation for Agents with Believable Interactivity, Amsterdam: IOS Press, 2008.
    Articles
    -    “WASABI as a case study of how misattribution of emotion can be modelled computationally.” In Scherer, K.R., Bänziger, T., & Roesch, E., ed. A Blueprint for Affective Computing: a sourcebook and manual. USA: Oxford University Press, 2010. 177-193.
    -    “'Affective computing with primary and secondary emotions in a virtual human.” Autonomous Agents and Multi-Agent Systems 20 (2010): 32-49.


    FRIAS-Forschungsprojekt

    Bewältigungsverhalten in Notfällen
    Die Notwendigkeit des angemessenen Umgangs mit Notfallsituationen ist durch Großschadensereignisse bzw. Katastrophen wie das ICE-Unglück in Enschede 1998, den Angriff auf das World-Trade-Center 2001 oder auch den Tsunami 2004 verstärkt in der gesellschaftlichen Wahrnehmung angekommen. Aber auch die Häufigkeit individueller Notfallsituationen oder traumatischer Erfahrungen, wie z. B. Verkehrsunfälle oder Gewalterfahrungen, weist darauf hin, dass es wichtig ist, Menschen auf Notfallsituationen angemessen vorzubereiten und ihr Bewältigungsverhalten in potentiellen Notfallsituationen zu fördern. Ein wichtiger Aspekt der Bewältigung von Notfällen ist dabei die Art des Umgangs mit Gefühlen (Emotionsregulation bzw. Emotionsdysregulation) sowie die Frage der Trainierbarkeit angemessener Emotionsregulationsstile für Helfer und Opfer in akuten Notfallsituationen.
    Allerdings ist die Erforschung menschlicher Reaktionen in echten Notfallsituationen mit experimenteller Kontrolle und Variation zentraler Rahmenbedingungen aus ethischen und anderen Gründen nahezu unmöglich. In der Zusammenarbeit zwischen Expertinnen und Experten aus der Psychologie und der Informatik können dagegen neue Methoden entwickelt werden, um möglichst realitätsnah menschliches Verhalten in Notfallsituationen untersuchen zu können. So werden in der Informatik virtuelle Katastrophenszenarien entwickelt, die es den Untersuchungsteilnehmern ermöglichen, interaktiv in einer Szene mitzuwirken und zumindest ansatzweise das Stresserleben zu empfinden, das Menschen in solchen Situationen haben können (z. B. als Feuerwehrmann einen Waldbrand zu löschen; als Opfer oder Helfer in einem brennenden Haus einen Ausweg suchen). Bei der Entwicklung solcher VR-Szenarien wird die Expertise aus der Psychologie (Leitung: Prof. Tuschen-Caffier) dazu beitragen, Emotionen in Notfallsituationen angemessen modellieren und möglichst überzeugende Handlungspartner (Agenten) in virtuellen Umgebungen erzeugen zu können. Aus der Informatik (Leitung: Prof. Nebel) werden die Kenntnisse in der Erstellung von Simulationsumgebungen, aber auch z. B. aus der Rettungsrobotik und Handlungsplanung eingebracht.
    Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit verspricht, dass auf innovative Weise Notfallszenarien entwickelt werden, anhand derer das Erleben und Verhalten von Menschen in Notfallsituationen besser verstanden werden kann. Diese Erkenntnisse sollen wiederum in Trainingsprogramme einfließen, um das Bewältigungsverhalten von Menschen, die Notfällen ausgesetzt sein könnten (z. B. Rettungskräfte) zu verbessern.