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Nachhaltige Katalysatoren und internationale Rechtssysteme

Deutsch-japanische Kooperation verbindet Stärken der Universität Freiburg mit Expertise aus Nagoya

Effiziente Katalysatoren für die chemische Industrie und Vergleiche zwischen der deutschen und japanischen Rechtskultur: Zu diesen Themen wurden zwei Projektgruppen mit Forscherinnen und Forschern aus Freiburg und Nagoya in einer ersten gemeinsamen Ausschreibung des Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) und des Nagoya Institute for Advanced Research (IAR) ausgewählt. Die Projekte bringen besonders starke Gruppen der Universitäten Freiburg und Nagoya aus der Chemie und den Rechtswissenschaften zusammen und unterstützen dadurch neue, innovative Forschungsvorhaben.

 

Die Universität Nagoya in Japan ist eine der wichtigsten Partneruniversitäten der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Als Ausdruck dieser strategischen Partnerschaft haben das FRIAS und das Nagoya IAR ein zweijähriges Förderprogramm gestartet. Forscher aus Nagoya und Freiburg konnten sich mit einem gemeinsamen Projekt für das Programm bewerben, die Zahl der Bewerbungen war erfreulich hoch. Im Herbst 2015 wurden zwei Forschergruppen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus beiden Universitäten ausgewählt, die nun im Januar 2016 ihre Arbeit begonnen haben. Die Gruppen erhalten finanzielle und administrative Unterstützung für Forschungsaufenthalte in Nagoya und Freiburg, Workshops, gemeinsame Konferenzen sowie Angebote für Nachwuchswissenschaftler und für fortgeschrittene Studierende. Die Gesamtförderung je Gruppe beträgt etwa 60.000 Euro.

 

„Wir haben bereits innerhalb unseres Netzwerkes der University Based Institutes for Advanced Studies (UBIAS) sehr gute Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit dem Nagoya IAR gemacht. Umso mehr freut es mich, dass sich die Partnerschaft nun in Form der Forschergruppen weiter festigt“, sagt FRIAS-Geschäftsführer Dr. Carsten Dose. FRIAS-Direktor Prof. Dr. Bernd Kortmann betont die Möglichkeit, exzellente Forscher aus beiden Ländern zusammenzubringen. „Das Spannende an dem Format der Forschergruppen ist, dass die Förderung oft Ausgangspunkt für weitergehende Kooperationen und Projekte ist.“

 

Mit der Gruppe um Prof. Dr. Alexander Bruns (Universität Freiburg) und Prof. Dr. Masabumi Suzuki (Universität Nagoya) wird das rechtswissenschaftliche Projekt „Social Governance by Law: Substantive Standards and Procedural Enforcement“ gefördert. Die Forschergruppe wird in vergleichender Perspektive die japanische und deutsche Rechtskultur im Hinblick auf das Zusammenspiel zwischen materiellrechtlichen Standards und ihrer prozessualen Durchsetzung untersuchen. In modernen rechtsstaatlichen Gesellschaften beeinflussen und definieren rechtliche Rahmenbedingungen das soziale Leben. Je nach politischer Zielsetzung wird das Verhalten der Bürgerinnen und Bürger durch präventive oder reaktive Instrumente der Rechtsgestaltung beeinflusst. Beispiele für präventive Rechtsinstrumente sind Verbote und einstweilige Verfügungen, während in reaktiven Rechtssystemen Schadensersatzklagen, Entschädigungen und Strafen im Vordergrund stehen. Fast alle modernen Rechtssysteme zeichnen sich durch eine Kombination beider Instrumente aus. Die Forschergruppe wird die Rechtskulturen der beiden Länder vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen internationalen Einbettung innerhalb Europas und Asiens analysieren.

 

Das Projekt „Multicomponent Supramolecular Catalysts for Sustainable Chemical Synthesis“ unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Breit (Universität Freiburg) sowie Prof. Dr. Takashi Ooi und Prof. Dr. Kenichiro Itami (Nagoya University) widmet sich der Entwicklung umweltfreundlicher und energiesparender Katalysatoren. Katalysatoren sind Stoffe, welche die Geschwindigkeit einer chemischen Reaktion erhöhen, indem sie die Aktivierungsenergie, eine energetische Barriere zwischen chemischen Reaktionspartnern, herabsetzen. Dabei werden die Katalysatoren selbst nicht verbraucht. Etwa 80 Prozent aller Chemieerzeugnisse werden mit Hilfe katalytischer Prozesse hergestellt. Eine größere Umweltverträglichkeit und Energieeffizienz von Katalysatoren hat darum direkte positive Effekte auf die Herstellung chemischer und pharmazeutischer Produkte. Inspiriert von natürlichen Katalysatoren wie zum Beispiel den Enzymen, will die Gruppe eine neue Generation von supramolekularen Katalysatoren entwickeln. Ein weiteres Ziel ist, die Grundlage für ein internationales Graduiertenkolleg zu schaffen.

 

 

Weitere Informationen:

www.frias.uni-freiburg.de/de/wege-ins-frias/joint-project-group-frias-nagoya-iar-2016-17


02/2016