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Prof. Dr. Sitta von Reden

Universität Freiburg
Alte Geschichte
Rector's Fellow
April - Juli 2020

Tel. 0761-2033393

CV

Sitta von Reden, geboren in Hannover, studierte Geschichte, Volkswirtschaft und Klassische Philologie an den Universitäten Freiburg, Berlin und Cambridge. 1993 wurde sie an der Universität Cambridge mit einer Arbeit zu Geschenk- und Marktaustausch im archaischen und klassischen Griechenland promoviert. Die Arbeit erhielt den Preis für die Beste Doktorarbeit in Großbrittanien von der Hellenic Foundation in Oxford und wurde 1995 bei Duckworth London unter dem Titel Exchange in Ancient Greece publiziert. Nach einer Junior Research Fellowship am Queen’s College Oxford war Sitta von Reden von 1992 bis 2005 Lecturer (ab 2001 Senior Lecturer) in Classics and Ancient History an der Universität Bristol. 2004 habilitierte sie sich mit einer Arbeit zu Money in Ptolemaic Egypt an der Universität Augsburg und kehrt nach Deutschland zurück. Die Arbeit wurde 2007 bei Cambridge University Press publiziert. Einen Ruf an die University of Pennsylvania in Philadelphia lehnte sie 2006 aus persönlichen Gründen ab. 2008 und 2009 vertrat sie an den Universitäten Münster und München. Seit 2010 ist sie Professorin für Alte Geschichte an der Universität Freiburg. 2017 erhielt sie einen ERC Advanced Grant für ein Projekt zu antiken Wirtschaften in globalen Zusammenhängen.    

Sitta von Reden ist eine antike Wirtschaftshistorikerin mit Schwerpunkt auf der Geldgeschichte, wirtschaftlichem Austausch und globalen wirtschaftlichen beziehungen in der Antike.

Publikationen (in Auswahl)

  • Exchange in Ancient Greece (London: Duckworth 1995)

  • Money in Ptolemaic Egypt (Cambridge: Cambridge University Press 2007)
  • Money in Classical Antiquity (Cambridge: Cambridge University Press 2010)
  • Die Antike Wirtschaft (München/Berlin: de Gruyter 2015)
  • als Hrsg./as ed.: Handbook of Ancient Afro-Eurasian Economies, Vol. 1: Contexts (Berlin/Boston: de Gruyter 2019)

FRIAS-Projekt

Beyond the Silk Road: Economic Development, Exchange and Interimperiality in the Afro-Eurasian World (300 BCE to 300 CE)

Das Projekt untersucht kleine bis mittelgroße regionale Tauschnetzwerke in so genannten Grenzzonen, die für die für die transeurasische Konnektivität in der Antike entscheidend waren. Es versucht zu zeigen, dass Grenzzonen, die von wirtschaftlicher, infrastruktureller, technologischer und institutioneller Entwicklung im Zuge imperialer Expansion profitierten, entscheidend für inter-imperialen Austausch waren – ein Austausch, der häufig mit dem irreführenden Begriff des Handels auf der Seidenstraße erfasst wird. Die Jahrhunderte zwischen ca. 300 v. Chr. bis ca. 300 n. Chr. bilden eine Phase intensiver imperialer Transformation und Expansion, die insbesondere auch neue Regionen in imperiale Reichweiten einschloss. Konsum in den imperialen Metropolen und Provinzen nahm häufig zu oder änderte seinen Charakter, was sich massive auf Produktion und regionale Tauschnetze auswirkte. Die imperialen Zentren änderten ihre Steuersysteme und griffen auf die Ressourcen sowie lokale Tauschnetzwerke in den Peripherien zu. Die Entwicklung imperialer Grenzzonen, so die These, war eng verbunden mit imperialen fiskalisch-militärisch-administrativen Systemen, der Entwicklung von überregionalen Tauschmedien und Infrastrukturen und damit auch institutionellem Wandel in Grenzgebieten. Das Projekt zielt darauf ab, den wissenschaftlichen Fokus von imperialen Zentren auf imperiale Peripherien als treibende Faktoren des inter-imperialen Tauschs zu verlegen. Dieses Modell soll einige höchst problematische Annahmen der Seidenstraßen-, aber auch der Weltsystem-Theorie revidieren, ohne gleichzeitig die afro-eurasische Region als globalen Tauschkontext in der Antike in Frage zu stellen.