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Prof. Dr. Petra Dolata

Universität Calgary
Energiegeschichte
External Senior Fellow
Februar 2021 - April 2021

CV

Petra Dolata ist Professorin für Energiegeschichte an der Universität Calgary und Scholar in Residence am interdisziplinären Calgary Institut für die Geisteswissenschaften, wo sie die Forschungsgruppe Energy InSociety leitet. Zwischen 2014 und 2019 war sie Canada Research Chair für Energiegeschichte. Sie besitzt einen Magisterabschluss in Amerikanistik von der Ruhr Universität Bochum, an der sie auch mit einer Arbeit zu den deutsch-amerikanischen (Energie) Beziehungen in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren im Fach Internationale Beziehungen promovierte. Ihre Dissertation wurde 2006 als Monografie mit dem Titel Die deutsche Kohlenkrise im nationalen und transatlantischen Kontext veröffentlicht. Vor ihrer Berufung an die Universität Calgary 2014 war sie Hochschulassistentin für Nordamerikanische Geschichte an der Freien Universität Berlin und Lecturer für Internationale Politik am King’s College London. Ihre Forschung befasst sich mit europäischer und nordamerikanischer Energiegeschichte nach 1945, insbesondere der Geschichte von Energietransitionen und den Energiekrisen der 1970er Jahre. Sie leitet ein von der kanadischen Forschungsgemeinschaft finanziertes Forschungsprojekt zum Thema „Die Energiekrisen der 1970er Jahre und Energiesicherheit: Eine länderübergreifende und transatlantische Geschichte“ (2017-2022) und ist eine der leitenden Forscherinnen in einem 7-jährigen Gemeinschaftsprojekt zum Thema „Deindustrialisierung und Politik unserer Zeit“ (2020-2027), das von Steven High (University of Concordia, Montreal) geleitet wird. 

Publikationen (Auswahl)

  • Petra Dolata-Kreutzkamp. Die deutsche Kohlenkrise im nationalen und transatlantischen Kontext(Wiesbaden: VS Verlag, 2006).
  • “Women and Energy in the Ruhr Area of West Germany, 1950s–1980s.” RCC Perspectives: Transformations in Environment and Society  2020, 1 (2020): 51-55.
  • Petra Dolata. “Complex Agency in the Great Acceleration: Women and Energy Transition in the Ruhr Area after 1945.” In: Abigail Harrison Moore and Ruth Sandwell (eds.). A New Light: Histories of Women and Energy(Montréal and Kingston: McGill-Queen’s University Press, 2021). in press
  • Petra Dolata. “Sustainability in the Anthropocene:From Forests to the Globe.” In: Geoffrey Rockwell, Chelsea Miya and Oliver Rossier (eds.). Right Research: Modelling Sustainable Research Practices in the Anthropocene (Cambridge: Open Book Publishers, 2021). forthcoming

FRIAS-Projekt

Women in Energy Transitions: Agency, Resilience and Complicity

Das Forschungsprojekt beabsichtigt, die Rolle von Frauen in Energietransitionen sichtbarer zu machen. Basierend auf der Definition von Strukturwandel als eine Energietransition untersucht das Projekt Frauen im Ruhrgebiet zwischen 1960 und 1980. Gefordert ist ein nuancierteres Verständnis der Art und Weise, wie Frauen durch Energiesysteme, welche letztendlich soziale Systeme sind, beeinflusst werden, diese aber gleichzeitig sowohl mitformen als auch ablehnen. Seit der Industrialisierung und der Trennung zwischen privaten und öffentlichen Räumen sind Frauen durch ihre nährende Rolle als Frau und Mutter definiert worden. Ihre Einbindung in vorherrschende, fossile Energiesysteme wurde häufig durch ihre passive Rolle als Konsumentinnen moderner Energieformen bestimmt, während ihr Widerstand gegenüber diesen als Verantwortung sich kümmernder Mütter gegenüber ihren Kindern, die negativ von den Auswirkungen fossiler Energieträger durch etwa Luftverschmutzung betroffen waren, gedeutet wurde. Und sogar, wenn Frauen in der Energieindustrie tätig waren, wurde ihre ambivalente Rolle in Energiesystemen von der Energiehistorie vernachlässigt. Aus diesem Grund tauchen Frauen in Energiegeschichte zumeist lediglich als Energiekonsumenten, vor allem in ihrem Zuhause, auf. Dabei hilft uns die genaue Untersuchung von Frauen als aktiv handelnde Akteure sowie die Studie ihrer Resilienz und Komplizität in vergangenen Energietransitionen, das Durcheinander und die Unvorhersehbarkeit menschlichen Verhaltens in Energietransitionen zu verstehen und bringt historisches Licht in die Diskussion um und Antworten auf Fragen nach Energiegerechtigkeit. Wer entscheidet über neue Energiesysteme? Wer wird dabei zurückgelassen und wer ist am meisten von den Veränderungen betroffen?