Romanische Linguistik
Universität Freiburg
Apr. 09- Sept. 2010
Raum: 209/Starkenstr. 44
Tel.: +49 (0)761/203-97312
Stefan.pfaender@frias.uni-freiburg.de
Freiburg Institute for Advanced Studies
Albertstr. 19
79104 Freiburg im Breisgau
CV
Stefan Pfänder war zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter und dann wissenschaftlicher (Ober-) Assistent am Romanischen Seminar der Universitäten Freiburg und Halle-Wittenberg, bevor er 2005 einen Ruf auf den Lehrstuhl for Romanische Sprachwissenschaft an der Universität Freiburg erhielt. Er wirkt derzeit bei der Erstellung mehrerer linguistischer Korpora mit (darunter das Korpus CIEL-F, gefördert von der DFG und dem CNRS zu „world French“ sowie CO.ND.OR – ein Korpus des Andinen Spanisch –, die beide noch laufen). Seine Forschung der letzten Jahren fokussierte auf die korpusbasierte Beschreibung der modernen französischen und spanischen Grammatik und der regionalen Variation und dem emergenten Wandel in Standardvarietäten des Französischen und Spanischen auf der ganzen Welt (mit speziellem Augenmerk auf den Varietäten, die in Südamerika, der Karibik und Westafrika gesprochen werden). Diese Arbeit resultierte in Monographien (darunter Gramática Mestiza zum Andinen Spanisch, 2009; 2. Aufl. 2010) und diversen Aufsätzen sowie mehreren herausgegebenen Sammelbänden. Er hatte Gastprofessuren an den Universitäten von La Paz (Bolivien), Sevilla (Spanien), Aix-en-Provence (Frankreich) und Dakar (Senegal) inne und ist seit 2008 Direktor der Hermann Paul School of Language Sciences, einer vom Land Baden-Württemberg und der Exzellenzinitiative des Bundes geförderten Graduiertenschule, sowie seit 2009 Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs 1624/1 „Frequenzeffekte in der Sprache“.
Publikationen (Auswahl):
- 2010 Pfänder, S.: Gramática mestiza, La Paz: Academia Boliviana de la Lengua/Editorial Signo (2. Aufl.).
- 2008 Pfänder, S. & Wagner, J.: La (des)comunicación y sus (re)medios, Buenos Aires: La Crujia [unter Mitwirkung von Juliane Buchner und Oliver Ehmer]. 2010 Breyer, T. & Pfänder, S.: “Improvised montage. Emergent constructions in collaborative storytelling”, in: Auer, P. & Pfänder, S. (eds.): Emergent Constructions, erscheint vorauss. als Band 3 in der neuen Reihe des Freiburg Institute for Advanced Studies bei de Gruyter [unter Mitarbeit von Oliver Ehmer].
- 2009a Pfänder, S. & Wagner, J.: "Warum wir sprechen wenn wir klicken. Die Mensch-Maschine-Interaktion als zukunftsweisendes Themenfeld für sprach- und medienwissenschaftliche Module in germanistischen und romanistischen Studiengängen (FrankoMedia / CreatingCultures, Freiburg und Interkulturelle Wissenskommunikation, Halle)", in: Kailuweit, R. & Pfänder, S. (eds.): FrankoMedia: Französische Sprach- und Medienwissenschaft – ein Aufriss, Berlin: Berliner Wissenschaftsverlag, 89-98.
- 2009b Ehmer, O. & Pfänder, S. (2009): "Sprache kann in jedem Moment ganz anders sein. Improvisationstechniken im Gespräch", in: Gröne, M. et al. (eds.): Improvisation. Kultur- und lebenswissenschaftliche Perspektiven, Freiburg: Rombach, 175-196.
- 2008 Dister, A. & Gadet, F. & Ludwig, R. & Lyche, Chantal & Mondada, L. & Pfänder, S. & Simon, A.C. & Skattum, I. (eds.): “Deux nouveaux corpus internationaux du français: CIEL-F et CAF”, in: Revue de Linguistique Romane.
- 2006 Pfänder, S.: “Sprache: Variation und Wandel, in: Bense, G. & Meiser, G. & Werner, E. (eds.): August Friedrich Pott, Frankfurt/M.: Lang, 35-50.
- 2003 Ludwig, R. & Pfänder, S.: "Grammaticalisation et contact de langues: l’évolution de la particule ‘la’ en français et en créole caribéen", in: Kriegel, S. (ed.): Grammaticalisation et réanalyse. Approches de la variation créole et française, Paris: CNRS Éditions, 269-284.
- 2001 Pagel, S. & Pfänder, S.: "Französisch und Spanisch als Input im Sprachkontakt. Grammatikalisierung, Grundkonzepte und emergent grammar“, in: Jerger, C. (ed.): Sprachkontakt in der Romania, Berlin: Institut für Sprache Kommunikation.
FRIAS-Projekt
World languages – digital languages: Digital monitoring of ongoing change and diversification in English, French and Spanish
Mein FRIAS-Projekt "World languages – digital languages: Digital monitoring of ongoing change and diversification in English, French and Spanish", das ich gemeinsam mit meinem Freiburger Kollegen Christian Mair aus der Anglistik durchführe, verfolgt das Ziel, gegenwärtige Prozesse der Diversifizierung sowie der plurizentrischen Standardisierung in den drei Weltsprachen Englisch, Französisch und Spanisch zu erforschen. Traditionelle soziolinguistische und variationslinguistische Forschungsschwerpunkte, wie beispielsweise Variationsanalysen in spontaner Gesprächskommunikation oder Vergleiche des Sprachgebrauchs in unterschiedlichen Registern und Textsorten, versuchen wir durch den Einbezug der computergestützten Kommunikation zu erweitern. Insbesondere beziehen wir bei unseren Arbeiten auch die bewusste rhetorisch-strategische und oft stilisierte Verwendung von nicht-standardisierten Varietäten mit ein, da diese Dimension essentiell ist für ein Verständnis unseres gegenwärtigen kommunikativen „Ökosystems“, das einerseits durch eine weltweite linguistische Homogenisierung, andererseits durch eine rasche Verbreitung und hohe Sichtbarkeit ausgewählter umgangssprachlicher Merkmale und Stile charakterisiert wird. Unsere Zusammenarbeit beruht außerdem auf der Überzeugung, dass der systematische Vergleich der Entwicklung von drei Weltsprachen unter den Bedingungen globaler bzw. globalisierter Kommunikation zu neuen und übergreifenden theoretischen Erkenntnissen führen wird, zumal vorangegangene Untersuchungen zum Englischen, Französischen oder Spanischen als Weltsprache weitestgehend in disziplinärer Isolation betrieben wurden. Methodisch sind wir der Überzeugung, dass für eine systematische und vollständige empirische Beschreibung der sprachlichen Variabilität, die uns interessiert, die Nutzung von digitalisierten Textdaten und entsprechender Analysesoftware unumgänglich ist. Unter digitalisierten Sprachdaten verstehen wir sowohl traditionelle Korpora (d.h. Datenbanken, die ausdrücklich zum Zweck der linguistischen Analyse zusammengestellt wurden) als auch weniger strukturierte digitale Textarchive – das World Wide Web mitinbegriffen. Die „Zähmung“ der letztgenannten Ressource zum Zwecke linguistischer Analysen wird eine der technischen Herausforderungen des Projektes sein.