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You are here: FRIAS Fellows Fellows 2016/17 Prof. Dr. Ralf von den Hoff

Prof. Dr. Ralf von den Hoff

University of Freiburg
Classical Archaeology
Internal Senior Fellow
September 2012 - August 2014

CV

Geboren 1963; 1992 Dr. phil., Klassische Archäologie, Universität Bonn; 1992-1993 Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts; 1994-2004 Wiss. Ass. / Oberass., Institut für Klassische Archäologie, Universität München; 1999-2000 Alexander-von-Humboldt-Stiftung: Feodor-Lynen-Stipendium, Johns Hopkins University, Baltimore/MD; 2001 Habilitation / venia legendi Klassische Archäologie, Universität München; 2004-2005 Redaktor, Bayerische Akademie der Wissenschaften: Corpus Vasorum Antiquorum; seit 2006 Professor für Klassische Archäologie, Universität Freiburg; seit 2009 Mitglied der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts; seit 2012 Sprecher des SFB 948 ‚Helden – Heroisierungen – Heroismen’, Universität Freiburg

Forschungsschwerpunkte:
Ikonologie und visuelle Kultur der Antike; Antikes Porträt; Antike Plastik; Stadtraum und Stadtgestaltung im antiken Kleinasien

 

Selected Publications

  • (hrsg., mit Stefan Schmidt), Konstruktionen von Wirklichkeit: Bilder im Griechenland des 5. und 4. Jhs. v. Chr. (Stuttgart 2001)
  • Philosophenporträts des Früh- und Hochhellenismus (München 1994)
  • “Achill das Vieh”? Strategien der Problematisierung transgressiver Gewalt in klassischen Vasenbildern, in: S. Moraw – G. Fischer (Hrsg.), Die andere Seite der Klassik: Gewalt im 5. und 4. Jh. v. Chr. (Stuttgart 2005) 225-246
  • (hrsg., mit Peter Schultz), Early Hellenistic Portraiture: Image, Style and Context (Cambridge 2007)
  • (hrsg., mit Matthias Haake und Christian Mann), Rollenbilder in der Athenischen Demokratie: Medien, Gruppen, Räume im politischen und sozialen System (Wiesbaden 2009)
  • Media for Theseus, or: The Different Images of the Athenian Polis-hero, in: L. Foxhall et al. (Hrsg.), Intentional History – Spinning Time in Ancient Greece (Stuttgart 2010) 161-188
  • (hrsg., mit Marion Meyer), Helden wie sie. Übermensch – Vorbild – Kultfigur in der griechischen Antike, Paradeigmata 13 (Freiburg 2010)
  • Kaiserbildnisse als Kaisergeschichte(n). Prolegomena zu einem medialen Konzept römischer Herrscherporträts, in: A. Winterling (Hrsg.), Zwischen Strukturgeschichte und Biographie. Probleme und Perspektiven einer römischen Kaisergeschichte (München 2011) 15-43
  • (hrsg., mit Lars Petersen) Skulpturen in Pergamon. Gymnasion, Heiligtum, Palast, Katalog zur Ausstellung der Archäologischen Sammlung der Universität Freiburg in Verbindung mit der Antikensammlung – Staatliche Museen Berlin, 6.5.-31.7.2011 (Bönen 2011)

 

FRIAS Research Project

"Der Heros und die Polis. Theseusbilder und Gegenwart Athens im 6. und 5. Jh. v. Chr."

Heroen fungierten in Griechenland schon seit dem 8. Jh. v. Chr. als Kristallisationsfiguren lokaler Gemeinschaftsidentität. In Homers Epen erhielten sie als Akteure des Mythos gesamtgriechische Relevanz. Seit dem 7. Jh. v. Chr. prägten so Heroenmythen die Literatur und die omnipräsente Bilderwelt des antiken Griechenland. Seit Herodot galten Heroen als Figuren einer Handeln legitimierenden Vergangenheit, und im 5. Jh. v. Chr. waren es in Tragödien und Komödien ebenfalls Heroen, anhand derer aktuelle Probleme des Politischen und Bewältigungsmöglichkeiten von Verhaltensdilemmata durchgespielt wurden. Griechische Heroen sind mithin als symbolische Imaginationen anzusehen, die politische, soziale und kulturelle Identität begründeten. Sie fungierten als traditionale, aber in ihren Narrativen flexible Erinnerungsfiguren. Ihre Mythen besaßen als ‚intentionale Geschichte’ (H.-J. Gehrke), die für die jeweilige Gegenwart legitimierende, orientierende, aber auch problematisierende Funktionen.

Vor diesem Hintergrund unternimmt das Projekt den Versuch, anhand der reich (und wesentlich reicher als Textzeugnisse) überlieferten visuellen Zeugnisse und auf der Grundlage ihrer (in meiner unpublizierten Habilitationsschrift) bereits erfolgten ikonographischen Auswertung eine Erinnerungs- und Diskursgeschichte des Polisheros der Athener, Theseus, in den politischen und sozialen Umbruchphasen Athens im 6. und 5. Jh. v. Chr. zu schreiben. Das Ziel ist  ein Beitrag zur Mentalitätsgeschichte des antiken Athen, der beispielhaft Perspektiven einer ‚visual history’ in die wissenschaftliche Diskussion einbringt und deren Potenzial für die Bewertung historischer Prozesse demonstriert.