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VERSCHOBEN - Alma mater, Doktorvater: Die ›Familienaufstellung‹ der deutschen Wissenschaft

Wann 02.04.2020 um 16:00 bis
04.04.2020 um 13:00
Wo FRIAS, Albertstr. 19, Seminarraum
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+++ VERANSTALTUNG WIRD VERSCHOBEN +++

 

 

 

 

 

Alma mater, Doktorvater:

Die ›Familienaufstellung‹ der deutschen Wissenschaft

Workshop am FRIAS in Kooperation mit dem KWI Essen
veranstaltet von:

Eva von Contzen,
Eva Eßlinger
Julika Griem

Warum sprechen wir von der alma mater – und nur in Deutschland vom ›Doktorvater‹ respektive ›Doktormutter‹? Und warum, auch nur in Deutschland, vom ›wissenschaftlichem Nachwuchs‹, als handle es sich bei Promovenden und Habilitanden um akademische Nesthocker, die das Elternhaus nicht verlassen und in die kalte Welt des Erwachsenseins hinaustreten möchten? Vor allem im deutschen Sprachraum lässt sich bis heute eine Semantik ausmachen, mit der akademische Sozialformen als quasi-familiäre Nahbeziehungen imaginiert und modelliert werden. Diese ›Familiarisierung‹ von Wissenschaft nach dem Modell der konjugalen Familie ist voraussetzungs- und folgenreich: Sie skaliert institutionelle Aggregationsmöglichkeiten, schreibt geschlechterspezifische Muster und Rollen fest, privilegiert bestimmte Interaktions- und Organisationsformen und präfiguriert Konflikttypen und Lösungsansätze. In den Formen akademischer Vergesellschaftung hierzulande, so der Verdacht, werden Gefühlsstrukturen und affektive Bedürfnisse auf eine Weise ideologisch und machtförmig verfestigt, in der manches wiederkehrt, was man längst für überwunden geglaubt hat.

Die Tagung widmet sich der historischen und systematischen Untersuchung eben jener am Modell der (Klein)Familie orientierten Strukturierung akademischer Sozialformen mit dem Ziel, die Persistenz des Familialen in (deutschen) akademischen Selbst- und Fremdbeschreibungen genauer zu fassen und zu erklären.

Programm

Donnerstag, 02.04.2020

 Alma Mater Lesung

16:00    Eröffnung (Eva von Contzen / Eva Eßlinger / Julika Griem)

16:30    Marian Füssel (Göttingen): Alma Mater, Doktorvater und Familienuniversität. Universitätshistorische Spurensuche vom Mittelalter bis zur Gegenwart

17:30    Pause

18:15    Abendvortrag im Literaturhaus Freiburg: Felicitas Hoppe: Stammbaum und Apfel

20:00    Gemeinsames Abendessen


 

Freitag, 03.04.2020

10:00    Nacim Ghanbari (Gießen): Medium Gelehrtenbibliothek: ‚Familiarisierung‘ von Wissensvermittlung im 18. Jahrhundert                                              

11:00    Caspar Hirschi (St. Gallen): Der Privatdozent, die „alte Jungfer“ der Universität? Zur Beschreibung einer problematischen Figur um 1900

12:00    Lunch

13:30    Marlene Friedrich (Bochum): Schuldige Väter, milde Söhne, strenge Enkel. Hans Mommsen, die deutsche Historikerschaft und die NS-Vergangenheit                                    

14:30    Urs Stäheli (Hamburg): ‚Doing Generations‘ in der Soziologie

15:30    Kaffeepause

16:00    Tobias Schlechtriemen (Freiburg): Gründerväter. Das Doppelleben der soziologischen Klassiker

17:00    Pause

19:00    Roundtable mit Elisabeth Cheauré (Freiburg), Hanna Engelmeier (KWI Essen) und Carlos Spoerhase (Bielefeld)

 

 

Samstag, 04.04.2020

09:30    Rembert Hüser (Frankfurt): Witze am Kopierer                

10:30    Eva Geulen (Berlin): Der Nachwuchs schlägt das Team         

11:30    Kaffeepause                                        

12:00    David Kaldewey (Bonn): Der neue Trend zur Großfamilie: Unbeleuchtet Aspekte der exzellenzgetriebenen Verbundforschung

13:00    Abschlussdiskussion

Alma mater Tagungsposter