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Geisteswissenschaftliches Kolloquium - Joachim Grage (Freiburg) und Thomas Mohnike (Strasbourg): Eine Geographie des Wissens vom Norden – Skandinavien in den Philologien Europas 1850–1950

Wann 23.06.2014
von 13:15 bis 14:00
Wo FRIAS, Albertstr. 19, Seminarraum
Name
Kontakttelefon +49 (0)761 203-97362
Teilnehmer Universitätsoffen / Open to university members
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Im Zuge der Ausdifferenzierung der Nationalphilologien im 19. Jahrhundert etabliert sich an europäischen Universitäten auch die Nordische Philologie als eigenes Fach, außerhalb Skandinaviens anfänglich als Hilfswissenschaft der Germanistik zur Rekonstruktion eines germanischen Altertums. Dabei lässt sich feststellen, dass der Ort, an dem philologisches und kulturgeschichtliches Wissen produziert und akkumuliert wird, einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Wissensinhalte, die zugrunde liegenden imaginierten Geographien und die Konzeption des Faches an den jeweiligen Standorten hat. Häufig wird der Ort, an dem Wissenschaft betrieben wird, mit dem Raum, über den Wissen generiert wird, in Beziehung gesetzt, wobei die Perspektive auf Skandinavien in Berlin eine andere ist als in Paris, Wien oder London. Politische Veränderungen wie die wechselnde staatliche Zugehörigkeit der Universität Strasbourg/Straßburg zu Frankreich bzw. dem Deutschen Reich (1871-1914) oder die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland machen sich auch unmittelbar in der nordistischen Forschung am jeweiligen Ort bemerkbar.

In dem gemeinsamen Projekt der skandinavistischen Institute von Strasbourg und Freiburg wollen wir die europäische Fachgeschichte der Nordistik als eine sich verändernde Geographie des Wissens (u.a. Livingstone 2003) betrachten und analysieren. Thomas Mohnike beschäftigt sich mit der Erforschung des germanischen Altertums, Joachim Grage mit den Anfängen der Neueren Literaturwissenschaft und ‑geschichte, Michael Rießler mit den Forschungen zu Samischen Sprachen und Kulturen.

 

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