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Workshop: Netzwerke der Nonnen

Lähnemann_Netzwerke der Nonnen

Netzwerke der Nonnen

Workshop

28.-29. Juli 2016

FRIAS, Albertstr. 19, Seminarraum Nordflügel

Leitung: Prof. Henrike Lähnemann

Handschrift 15, erste Lage (Photo: Wolfgang Brandis, Rechte: Kloster Lüne)

Wann 28.07.2016 um 09:00 bis
29.07.2016 um 17:00
Wo FRIAS, Albertstr. 19, Seminarraum Nordflügel
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Netzwerke sind ein hochaktuelles Forschungsthema; selten hat man aber die Möglichkeit, auch historischen Formen von kommunikativer Vernetzung so detailliert nachzugehen, wie es bei den Lüner Nonnen der Fall ist. Als absoluter Ausnahmefall hat sich aus den Jahrzehnten vor und während der lutherischen Reformation ein Konvolut von 1.800 Briefen erhalten, die von den norddeutschen Benediktinerinnen in drei dicke Bücher kopiert wurden, in denen Ein- und Ausgang gleichermaßen festgehalten wurden. Die Frauen schrieben an geistliche und weltliche Autoritäten ebenso wie an ihre Schwestern in Lüneburg und den Nachbarklöstern, und das in gelehrtem Latein, geschäftsmäßigem Niederdeutsch oder in der Alltagssprache, die codeswitchend zwischen den gelehrten Termini und volkssprachigen Wendungen wechselt.

Dieser reiche Bestand wird jetzt in einem von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Projekt von einer Gruppe unter Leitung der Historikerin Eva Schlotheuber und der Germanistin Henrike Lähnemann erschlossen. Eine erste Projekttagung fand bereits im Februar in Oxford statt, die zweite ist jetzt am FRIAS geplant, wo Henrike Lähnemann als Senior Research Fellow angesiedelt ist. Für die beiden Tagen hat Simone Schultz-Balluff, die ihre sprachhistorische Expertise aus dem Projekt ‚St. Anselmi Fragen an Maria‘ einbringt, eine Arbeitsliste zusammengestellt, auf der Fragen der Editionsrichtlinien, der Arbeitsabläufe und der digitalen Erschließung stehen – mit dabei ist auch Torsten Schaßan von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, an der die Briefe dann über die Digitale Bibliothek online gestellt werden sollen, und Lena Vosding, die an der Universität Düsseldorf ihre Doktorarbeit zu den Briefen schreibt (vgl. ihren Blogbeitrag ‚Gifts from the abbey‘). Dazwischen bleibt Zeit für ein Blick auf das Mittelalter vor den Toren des FRIAS – für Freitag steht ein Ausflug nach Günterstal auf dem Programm, über dessen Dominikanerinnen Edmund Wareham, einer der Projektmitarbeiter, gerade seine Dissertation verfasst hat (hier ein Blogbeitrag von ihm über die Alltagskultur der Nonnen zwischen Lebkuchen und Kirche). Die Netzwerke der Nonnen ziehen sich damit als Thema auch durch die Erholungspausen zwischen den Diskussionsrunden!