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Anna-Maria Müller

Pastoraltheologie
Doktorandin der Nachwuchsforschergruppe Bernhard Spielberg

Freiburg Institute for Advanced Studies
Albertstr. 19
79104 Freiburg

Raum 01 009
Tel. (+49) 761-203-97357

CV

Seit 2015 Wiss. Mitarbeiterin im FRIAS: Projekt „Globale Transformationen des Katholizismus“; Theologische Referentin im Institut für pastorale Bildung (Referat Priester)

2010 – 2015 Studium der katholischen Theologie an der Universität Würzburg; Magisterarbeit: „Wie sich das Christentum findet, indem es sich verliert. Eine Wesensbestimmung des Katholischseins anhand ausgewählter Beispiele.“ (Pastoraltheologie)

 

Projekt

Über die Jahrhunderte hat sich die katholische Theologie immer wieder gewandelt und weiterentwickelt. Eine Häresie konnte später zur Orthodoxie werden. Falsche Verurteilungen wurden revidiert, Meinungen und Ansichtsweisen änderten sich. Selbst das Gottesverständnis hat sich erst im Laufe der Jahrhunderte durch heftige Kontroversen entwickelt. Die Geschichte der Kirche, ihrer Traditionen und ihrer Lehre ist weder linear, noch einheitlich. Sie geschieht nicht losgelöst von Zeit und Raum, sondern ereignet sich inmitten der verschiedenen Kulturen und zeitlichen Kontexte. Der kirchliche Lernprozess vollzieht sich demnach diachron, aber auch synchron. Doch wie geschehen diese Lernprozesse? Wie funktioniert Erkenntnisfortschritt? Oder einfacher gesagt: Wie lernt eigentlich Kirche? Mit dieser Frage setzt sich Anna-Maria Müller auseinander. Sie betrachtet dazu die Gotteskonzeptionen Indiens, die sich durch den polyreligiösen und kulturellen Einfluss von westlichen Gottesbildern unterscheiden. Kirche hat hier demnach von ihrem Umfeld gelernt und Erkenntnisfortschritt betrieben.

Anhand von Untersuchungen und Feldstudien sollen diese Lernprozesse herausgearbeitet werden. Anschließend werden diese Paradigmen auf globaler Ebene diskutiert. Als Erweiterung dazu werden auch bereits professionalisierte Anpassungs- und Fortschrittsprozesse von Wirtschaftsunternehmen näher betrachtet, die auch für die Kirche denkbar wären. Als Abschluss der Forschung soll eine fundierte Vision aufgezeigt werden, wie Kirche in Zukunft diachron und synchron lernen und sich weiter entwickeln kann, denn „[die] apostolische Überlieferung kennt in der Kirche unter dem Beistand des Heiligen Geistes einen Fortschritt […]. [D]ie Kirche strebt im Gang der Jahrhunderte ständig der Fülle der göttlichen Wahrheit entgegen, bis an ihr sich Gottes Worte erfüllen.“ (vgl. DV 8)