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Prof. Dr. Michaela Holdenried

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Neuere Deutsche Literatur
Internal Senior Fellow
Oktober 2018 - Juli 2019

Raum 02 011a
Tel. +49 (0) 761-203 97424
Fax +49 (0) 761-203 97451

CV

Michaela Holdenried ist Professorin für Neuere deutsche Literatur und Interkulturelle Germanistik am Deutschen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Extraordinary Professor an der University of Stellenbosch/Südafrika. 1990 Promotion mit der Dissertation Im Spiegel ein anderer. Erfahrungskrise und Subjektdiskurs im modernen autobiographischen Roman (Heidelberg, 1991), 2002 Habilitation mit der Studie Künstliche Horizonte. Alterität in literarischen Repräsentationen Südamerikas (Berlin, 2004), jeweils an der Freien Universität Berlin. Gastprofessuren u.a. in Groningen, Wien, Atlanta, Stellenbosch und Kapstadt.

Forschungsschwerpunkte: Repräsentationen von Alterität, Reiseliteratur, Identität und Erinnerung, Autobiographik. Weitere ausgewählte Publikationen: Autobiographie (Stuttgart, 2000); zuletzt als Herausgeberin: Felicitas Hoppe: Das Werk (Berlin, 2015); (zusammen mit Alexander Honold und Stefan Hermes): Reiseliteratur der Moderne und Postmoderne (Berlin, 2017); (zusammen mit Barbara Korte und Carlotta von Maltzan): Kulturbegegnung und Kulturkonflikt im (post-)kolonialen Kriminalroman (Bern u.a., 2017).

 

Publikationen (Auswahl)

  •  Entdeckungsreisen ohne Entdecker. Zur literarischen Rekonstruktion eines Fantasmas: Richard Burton. In: Christof Hamann and Alexander Honold (Eds.): Ins Fremde schreiben. Gegenwartsliteratur auf den Spuren historischer und fantastischer Entdeckungsreisen. Göttingen: Wallstein, 2009. S. 301-312.
  • „Denn in Wahrheit kommt es auf Tatkraft an, nicht auf Rekonstruktion“. Biographische Fiktion am Beispiel von Felicitas Hoppes ‚Verbrecher und Versager‘. In: Michaela Holdenried (Ed.): Felicitas Hoppe: Das Werk. Berlin: Erich Schmidt Verlag, 2015. S. 233-251.
  • Inszenierungsformen des status viatoris als Nichtwissenskunde. Thomas Stangls Timbuktu-Roman Der Einzige Ort. In: Irina Gradinari, Dorit Müller and Johannes Pause (Eds.): Versteckt – Verirrt – Verschollen. Reisen und Nicht-Wissen. Wiesbaden: Reichert 2016. S. 199-211.
  • Von der Unermesslichkeit der Welt. Historische Forschungsreisen in der Gegenwartsliteratur. In: Michaela Holdenried, Alexander Honold and Stefan Hermes (Eds.): Reiseliteratur der Moderne und Postmoderne. Berlin: Erich Schmidt Verlag 2017. S. 289-309.
  • Fantastische Tropen. Narrative Figurationen der Inversion in postkolonialen Texten zu Afrika (Urs Widmer, Arnold Stadler, Alex Capus). In: Jana Domdey, Gesine Drews-Sylla, Justyna Gołąbek (Eds.): AnOther Africa? (Post-)Koloniale Afrikaimaginationen im russischen, polnischen und deutschen Kontext. Heidelberg: Winter 2017. S. 357-367.

FRIAS-Projekt

Spuren lesen. Forschungsreisen als Sujet der Gegenwartsliteratur.

Das Projekt versteht sich als Beitrag zur Reiseliteraturforschung. Es zielt in seiner Summe auf die Behandlung eines Desiderats: Kulturwissenschaftliche Fragestellungen sollen zur Erweiterung der bisherigen, eher positivistisch-hermeneutischen Forschungsparadigmen führen. Denn über Brenners Standardwerk von 1989 hinaus gab es lange Zeit keine theoretische Neuakzentuierung auf der Basis einer exemplarischen quellenbasierten Bestandsaufnahme, was sich durch die Publikation eines vom mir co-edierten Sammelbandes zur Reiseliteratur der Moderne und Postmoderne (Holdenried/Honold/Hermes, vgl. Publikationen) – ursprünglich als FRIAS-Tagung geplant – nun aber geändert hat.

Zunächst soll das Genre fiktionalisierte Forschungsreisen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur in den Blick genommen werden, mit komparatistischen Ausgriffen auf die französische und angloamerikanische Literatur. Ausgangspunkt ist dabei die Beobachtung, dass in den letzten drei Jahrzehnten etwa literarische Tendenzen zur Entheroisierung des Forschungsreisenden, eine Neufokussierung auf historische Nebengestalten sowie neue Sichtweisen der Entdeckungs- und Forschungsreisen insgesamt zu verzeichnen sind. Gleichzeitig rücken ethnographische, psychosoziale, wissenstheoretische und ästhetische Dimensionen in den Blick, welche auf postkoloniale Revisionen im Sinne eines re-writings bisheriger Narrative von Alteritätserfahrungen zielen.