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Dr. Julie Casteigt

© FRIAS
University Toulouse II-Jean Jaurès, France
Philosophie
External Senior Fellow
September 2019 - Dezember 2019

Raum 02 011a
Tel. +49 (0) 761-203 97424
Fax +49 (0) 761-203 97451

CV

Julie Casteigt (Dr. Phil. Habil. Paris-Sorbonne) is Maître de conférences for Ancient and Medieval Philosophy at the University of Toulouse II (France) and research member of the “Laboratoire d’Études sur les Monothéismes” (CNRS, UMR 8584). She is junior Member of the “Institut universitaire de France”. She is former Student at the “École Normale Supérieure” (Paris, rue d’Ulm) and has been Fellow at the Max Weber Center for Advanced Cultural and Social Studies, University of Erfurt, Germany. Her research interests include medieval metaphysics of the late thirteenth and early fourteenth centuries especially in the works of Albert the Great and Meister Eckhart and, particularly, focus on the medieval commentaries of the Gospel of John.

Publikationen (Auswahl)

  • Seul le juste connaît la justice. Connaissance et vérité chez Maître Eckhart, Vrin, Paris, 2006 (Études de philosophie médiévale 91)
  • Métaphysique et connaissance testimoniale. Une lecture figurale du Super Iohannem (Jn 1, 7) d’Albert le Grand, Peeters, Leuven (Eckhart : Texts and Studies 11) (sub prelo)
  • Albertus Magnus, Super Iohannem (Ioh. 1, 1-18), Peeters, Leuven (Eckhart : Texts and Studies 10) (sub prelo)
  • Maître Eckhart, Cerf, Paris, 2012 (Les Cahiers d’Histoire de la Philosophie)
  • Au-delà du sujet, l’impersonnel?, Archives de Philosophie, Cahier n. 76/3, Fall 2013
  • Le Témoin dans la tradition johannique, Revue de sciences philosophiques et théologiques 101 (2017/1)
  • Verbe et chair: le sens de l’union dans la réception philosophique de l’Évangile de Jean (Jn 1, 12-14), LIT Verlag, Münster, Berlin, Wien, Zürich et London (Théologie biblique 1) (sub prelo).

FRIAS-Projekt

Dynamische Einheit bei Meister Eckhart und Albert dem Großen

Es geht darum, den Begriff der Einheit durch eine dynamische Konzeption zu studieren, mit einem besonderen Interesse für eine ihrer Haupteigenschaften: das reziproke Ineinssein. Mit anderen Worten: Wie ist eine Einheit zu denken, deren Termini A und B gleichzeitig in einander sind: A in B und B in A?

In synthetischer Perspektive gründet die Konzeption der Einheit (eines Individuums oder einer singulären Substanz z.B.), die die Universität der Lateinischen Welt von der Aristotelischen Philosophie erbt, auf einer Kausalitätslehre, nach der die Wirkursache ihren Effekt außerhalb ihrer selbst als eine isolierte, jetzt unabhängige Substanz produziert. Das Problem ist dann aber: wie kann das so Entlassene noch in die Einheit rückgebunden werden? Und können wir in der Biologie, in der Physik, in den sozialen und politischen Beziehungen immer noch eine Einheit aus getrennten Elementen aufbauen? Oder anders gefragt, wie können Entitäten selbständig bleiben und sich doch verbinden und umgekehrt, wie können Entitäten sich verbinden, ohne ihre Individualität zu verlieren?

Nun wird das Aristotelische Schema vom elften Satz des Liber de causis gekippt, ein anonymes Traktat, das im Bagdad des neunten Jahrhunderts im Kreis eines neuplatonischen Philosophen, Al-Kindi, verfasst wurde und im zwölften Jahrhundert in Toledo in Latein übersetzt wird. Anstatt die kosmologischen und metaphysischen Universalursachen – das Sein, das Leben und die Intelligenz – in ihrer Autonomie zu denken, versucht der Text sie in ihrer reziproken Immanenz zu konzipieren. Mein Projekt besteht darin, die Rezeption dieses Traktats, bzw. seines elften Satzes, im Mittelalter, besonders bei den Dominikanischen Meistern, wie Albert dem Großen und Meister Eckhart, in den in ihren Werken behandelten Disziplinen zu untersuchen.