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Linguistik

Forschungsschwerpunkt: "Synchronization in Embodied Interaction"

Prof. Dr. Hermann Herlinghaus (Universität Freiburg); Prof. Dr. Claas Lahmann (Universität Freiburg); Prof. Dr. Stefan Pfänder (Universität Freiburg); Prof. Dr. Carl Eduard Scheidt (Universität Freiburg)

Der Forschungsschwerpunkt stellt eine zentrale Hypothese in den Vordergrund, die in den einschlägigen Disziplinen bisher noch nicht eingehend untersucht wurde: Interpersonelle Kommunikation, sowohl in körperlicher Präsenz als auch in medialer Vermittlung, entwickelt sich mittels verschiedener multimodaler Ressourcen, die wiederum durch die komplexe Interaktion zwischen sprachlichen (bspw. Worte und Melodie) und körperlichen (bspw. Blicke und Gesten) Ausdrucksformen gekennzeichnet sind.
Eine wesentliche Prämisse des Forschungsschwerpuntkes ist die Annahme, dass Synchronisationsdynamiken für eine gelungene Kommunikation unabdingbar sind. Dabei verknüpfen die Interaktionsteilnehmer die Aktivierung von körper-energetischen Dispositionen, also Bewegungen, Blicke oder Gesten, mit den referentiellen semantischen Aspekten des gegenseitigen Verstehens, also Sprache.
Synchronisation kann als „dynamische und reziproke Angleichung von Ausdrucksformen zwischen Interaktanten“ definiert werden. Sie ist für die Schaffung von Resonanz sowie dem, was als „Resonanz-Räume“ zwischen den Menschen, die an einem bestimmten kommunikativen Ereignis beteiligt sind, bezeichnet werden kann, von zentraler Bedeutung.

Stefan Pfänder, Hermann Herlinghaus, Carl Scheidt und Claas Lahmann werden Synchronisation anhand unterschiedlicher Genres von alltäglicher und vermittelter Interaktion sowie in verschiedenen Szenarien psychotherapeutischer Intervention untersuchen. Zugleich schaffen sie damit genuine Verknüpfungen zwischen den Disziplinen Linguistik (Pfänder), Kulturanthropologie (Herlinghaus), Psychotherapie (Scheidt) und Körperpsychotherapie (Lahmann). Sie werden zudem Fachkollegen aus anderen Bereichen an das FRIAS einladen, um das neu entstehende Forschernetzwerk zu erweitern und Fragen zu beantworten wie beispielsweise: Wie wird eine gemeinsame Grundlage ausgehandelt und im Gespräch zum Ausdruck gebracht? Wie interagieren verbale und körperliche Ressourcen in gemeinsamen Äußerungen? Können kulturelle Unterschiede bei der Verwendung von verschiedenen Ausdrucksformen im Rahmen der Synchronisation beobachtet werden? Wie werden Synchronisationsstrukturen mittels medienbasierter Technologie konstruiert und wie können sie cross-medial erlernt werden?

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