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Prof. Dr. Markus Völkel

Universität Rostock
Fellow
01.10.09-30.09.10

Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)
School of History

    Lebenslauf

    Geboren 1953 in Bayreuth, Studium der Geschichte, Philosophie und Anglistik in Tübingen und an der LMU München; 1983-1985 Archivar und Ausstellungsmacher in Augsburg; 1985-1990 Forschungsassistent und DFG-Habilitationsstipendiat am Deutschen Historischen Institut Rom, 1991-1993 Lehrstuhlvertretungen an der LMU München, seit 1994 Inhaber der Professur für „Europäische Geistesgeschichte und Historische Methodologie“ am Historischen Institut der Universität Rostock.

     

    Veröffentlichungen

    MONOGRAPHIEN

    - „Pyrrhonismus historicus“ und „fides historica“. Die Entwicklung der deutschen historischen Methodologie unter dem Gesichtspunkt der historischen Skepsis (Europäische Hochschulschriften III, Bd. 313), Diss., Frankfurt a.M. 1987

    - Römische Kardinalshaushalte des 17. Jahrhunderts. Borghese - Barberini - Chigi (Bibliothek des Deutschen historischen Instituts in Rom, Bd. 74), Tübingen 1993

    - Die Wahrheit zeigt viele Gesichter. Der Historiker, Sammler und Satiriker Paolo Giovio(1486-1552) und sein Porträt Roms in der Hochrenaissance (Vorträge der Aeneas-Silvius-Stiftung an der Universität Basel), Schwabe, Basel 1999

    - Geschichtsschreibung. Eine Einführung in globaler Perspektive, Köln / Weimar / Wien 2006

     

    HERAUSGEBERSCHAFTEN

    - Ferdinand Gregorovius. Römische Tagebücher 1852-1889, hrsg. mit Hanno-Walter Kruft, München 1991 (595 S.)

    - Der Kommentar in der Frühen Neuzeit, hrsg. von Ralph Häfner u. Markus Völkel (Frühe Neuzeit 115), Tübingen 2006, 214 S.

    - Historiographie an europäischen Höfen (16.-18. Jahrhundert). Studien zum Hof als Produktionsort von Geschichtsschreibung und historischer Repräsentation (Beihefte der Zeitschrift für Historische Forschung, 43), hrsg. von Markus Völkel u. Arno Strohmeyer, Berlin 2009, 382 S.

     

    FRIAS Forschungsprojekt

    "Generation 1600 : Paolo Sarpi (1552-1623), Juan de Mariana (1536-1624), William Camden (1551-1623) und Jacques-Auguste de Thou (1553-1617): Die diskursive Genese der ‘zweiten politischen Historiographie‘ vor dem Hintergrund der europäischen Religionskriege"

    Die ‚politische Geschichtsschreibung‘ ist in Europa wenigstens dreimal neu ‚erfunden worden‘. Dies geschah jedesmal mit einer strikt anthropologischen Verankerung, die sich als Reflexion auf das Verhältnis von Staat und Religion entpuppt. Akzeptiert sind die kreativen Wenden um 1500 (Commynes, Machiavelli, Guicciardini) und nach 1800 (Realpolitik, dt. Historismus etc.). Kaum bekannt und damit in ihrer funktionalen Bedeutung unterschätzt sind die vier großen Historiker an der Wende zum 17. Jahrhundert, die die Rolle der Geschichtsschreibung in direktem Bezug auf den offen ausgebrochenen Religionskrieg neu definieren mußten. Diese ‚zweite Generation‘ zeichnet sich durch mehrere außergewöhnliche Leistungen aus: 1. Sie kann bereits Langzeitwirkungen der Reformation beurteilen. 2. Diese Autoren erarbeiten ihre Werke entweder in direktem Kontakt mit der europäischen Gelehrtengemeinschaft (Respublica Litteraria) oder über exakt feststellbare Vermittler. Weder vorher noch nachher hat es eine derart starke ‚Diskursgemeinschaft‘ gegeben. 3. Innerhalb ihrer Diskursgemeinschaft sind die beteiligten Historiker jedoch sowohl was die Form (‚Gattung‘) als auch was das Resultat angeht zu unterschiedlichen Lösungen gelangt. Die Geschichtskonstrukte eines Gallikaners (De Thou), eines Anglikaners (Camden), eines venezianischen Servitenmönchs (Sarpi) und eines spanischen Jesuiten (Mariana) erarbeiten diese differenten Lösungen jedoch mit z.T. gemeinsamen Elementen. Dies fordert dazu heraus, die vier in ihrer Genese so eng aufeinander bezogenen Geschichtswerke als eine Art ‚europäisches Gesamtkunstwerk‘ lesen. Das Projekt versteht sich auf der synchronen Ebene als Versuch einer umfassenden, europäisch gerahmten ‚Rélecture‘ der vier großen ‚nationalen Klassiker‘ im Sinne einer ‚historiographischen Grammatik des Politischen‘. Auf der diachronen Ebene zielt es auf die Gewinnung von Elementen einer Wirkungsgeschichte, die im Bereich des Staat-Kirchen-Verhältnisses im 18. Jahrhundert besonders nachhaltig gewesen ist.

    GEPLANTER WORKSHOP

    Presse, Pamphletistik und Historiographie im 17. und 18. Jahrhundert