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Prof. Dr. Svenja Goltermann

Albert-Ludwigs-
Universität Freiburg
Fellow
01.10.11-31.01.12

    CV

    1990 M.A. in Geschichte, Spanische und Lateinamerikanische Geschichte, Spanisch und Politologie an den Universitäten Konstanz und Bielefeld; 1997 Promotion an der Universität Bielefeld; 2007 Habilitation Universität Bremen; 2007-2011 Akademische Rätin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; ab Januar 2012 Professorin für Geschichte der Neuzeit an der Universität Zürich


    PUBLIKATIONEN

    • Körper der Nation. Habitusformierung und die Politik des Turnens, 1860-1890, Göttingen 1998.
    • Die Gesellschaft der Überlebenden. Deutsche Kriegsheimkehrer und ihre Gewalterfahrungen im Zweiten Weltkrieg, München 2009.
    • On Silence, Madness, and Lassitude. Negotiating the Past in Post-war West Germany. In: Jay Winter, Ruth Ginio und Efrat ben-Ze'ev (Hrsg.): Shadows of War. A Social History of Silence in the Twentieth Century, Cambridge 2010; 91-112.
    • Negotiating Victimhood in East and West Germany. In: Jolande Withuis u.a. (Hrsg.): The Politics of War Trauma. A Comparative European Approach, Amsterdam 2010; 107-140.
    • Zwischen den Zeiten. Deutsche Soldaten und ihre Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg. In: Sünne Juterczenka und Kai Sicks (Hrsg.): Figurationen der Heimkehr, Göttingen 2011; 145-161.



    FRIAS FORSCHUNGSPROJEKT

    „Die moralische Herausforderung des Krieges. Humanitäres Denken und Opferdiskurs im 19. und 20. Jahrhundert“

    In der europäischen Medienlandschaft lässt sich seit etwa zwei Jahrzehnten nicht nur eine verstärkte Thematisierung, sondern auch eine Pluralisierung von Opfergruppen beobachten – eine Entwicklung, die in deutlichem Kontrast zur Opferwahrnehmung des 19. Jahrhundert steht. Das Buchprojekt verfolgt diese Geschichte der Opferverwandlung in einem weiten zeitlichen Bogen und in einer europäischen Perspektive, konzentriert sich dabei jedoch vor allem auf die Wahrnehmung der Kriegsfolgen für Soldaten und Zivilisten im 19. und 20. Jahrhundert. Das Kriegsgeschehen selber steht allerdings nicht im Mittelpunkt. Vielmehr geht es darum, die Bemühungen um eine „Humanisierung“ des Krieges, die Wahrnehmung von Zivilisten als Kriegsopfer, die Ausweitung und Ausdifferenzierungen von Sozialleistungen für Kriegsversehrte sowie die Anerkennung des Traumas genauer in den Blick zu nehmen, die Stufen und einzelne Stränge in der Herausbildung eines spezifischen Deutungswissens markieren, das die Selbst- und Fremdwahrnehmung als Opfer hervorgebracht und die Aufmerksamkeitsökonomie gegenüber „Opfern“ bis in die heutige Zeit verändert hat.