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Prof. Dr. Sabine Dabringhaus

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Fellow
01.10.08-30.09.09
01.10.10-31.03.11

    Lebenslauf

    Geboren 1962; 1990 Promotion an der Universität des Chinesischen Volkes (Zhongguo Renmin Daxue), Thema der Dissertation: "Die Tibet-Politik des Song-Yun"; 1991 Wissenschaftliche Beratungstätigkeit in der China-Abteilung der Library of Congress, Washington,D.C.; 1991-1992 Wissenschaftliche Angestellte am Historischen  Seminar der Universität Freiburg; 1994-2002 Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Ostasienkunde (Sinologie) der Ludwig-Maximilians-Universität, München; 2001/2002 Forschungen am Netherlands Institute for Advanced Study (NIAS), Wassenaar; 2002-2008 Juniorprofessorin für neuere und außereuropäische Geschichte am Historischen Seminar der Universität Freiburg; 2003 Habilitation im Fach Sinologie an der Universität München, Thema der Habilitationsschrift: "Territorialer  Nationalismus, Geschichte und Geografie im China der Republikzeit"; seit November 2007 Vorstandsmitglied im Arbeitskreis für Außereuropäische Geschichte; 2008/2009 Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS); seit Dezember 2008 Professorin für Außereuropäische Geschichte (Schwerpunkt Ostasien) an der Universität Freiburg.

     

    Veröffentlichungen

    (10 selected)

    - Johann Christian Hüttner: Nachrichten von der Britischen Gesandtschaftsreise durch China und einen Teil der Tartarei 1792-94. Herausgegeben, eingeleitet und erläutert von Sabine Dabringhaus, Sigmaringen: Jan Thorbecke Verlag 1996, 235 Seiten.

    - Geschichte Chinas von der Mongolenherrschaft bis zur Gründung der Volksrepublik. (Oldenbourg Grundriß Geschichte, Bd.35) München: Oldenbourg Verlag 2006.

    - Territorialer Nationalismus, Geschichte und Geographie im China der Republikzeit (1900-1949), Habilitationsschrift, Köln/Weimar: Böhlau-Verlag 2006, 336 S.

    - Mao Zedong, München: C.H. Beck-Verlag (C.H. Beck Wissen) 2008.

    - Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert, München: C.H. Beck-Verlag 2009

    - „Der lange Krieg zur Befreiung des Volkes: China und der Zweite Weltkrieg“, in: Bernd Martin (Hrsg.), Der Zweite Weltkrieg in historischer Sichtweise, Freiburg: Rombach 2006, S. 215-30.

    - „Cixi“, in: Stig Förster / Markus Pöhlmann / Dierk Walter (Hgg.), Kriegsherren der Weltgeschichte, München: C.H. Beck Verlag 2006, S. 252-267.

    - (mit Jürgen Osterhammel) „Le tradizioni imperiali della Cina: dall’impero Ching alla moderna nazione imperiale“, in: Ricerche de Storia Politica 3.2006, S. 375-85.

    - „Die Boxer: Motivation, Unterstützung und Mobilisierung“, in: Mechthild Leutner / Klaus Mühlhahn (Hrsg.), Kolonialkrieg in China. Die Niederschlagung der Boxerbewegung 1900-1901, Berlin: Ch. Links 2007, S. 60-68.

    - „Das Eigene in der Fremde: die chinesische Diaspora der späten Kaiserzeit“, in: Hartmut Kaelble (Hg.), Selbstbilder und Fremdbilder. Repräsentation sozialer Ordnungen im Wandel, Berlin 2008.

     

    FRIAS Forschungsprojekt

    " Von der Historischen Geographie zur Umweltgeschichte: Umweltbewusstsein in China im 20. Jahrhundert"

    Seit den 1990er Jahren entwickelt sich auch in China die Umweltgeschichte (huanjing shi) als akademische Disziplin. Die westliche Forschung, die zwei Jahrzehnte früher begann, dient als Inspiration, ihre wichtigsten Werke werden übersetzt und diskutiert. Gleichzeitig berufen sich chinesische Umwelthistoriker aber bewusst auf Chinas eigene geistesgeschichtliche Traditionen im Umgang mit Natur und Umwelt. Bereits die kontinuierliche Erfassung von geographischen Veränderungen (yange dili) durch den kaiserlichen Staat wie auch die Landschaftsdichtung- und Malerei sowie die Park- und Gartenlandschaftsarchitektur der chinesischen Gelehrtenelite bewiesen Umweltbewusstsein. Beides, die politische Geographie des Staates und die „Kulturgeographie“ der Gelehrten, bildeten im frühen 20. Jahrhundert die Grundlage für die Etablierung der Historischen Geographie (lishi dili) als Wissenschaftszweig. Sie betont die räumliche Dimension der Umwelt als Teil des chinesischen Herrschaftsdenkens, setzt aber in ihren Arbeiten auch den traditionellen kulturhistorischen Ansatz fort. Nach Gründung der Volksrepublik China 1949 erfolgte ein tiefer Bruch im Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt. Die Natur galt als grenzenlos manipulierbar und wurde in die Planungs- und Unterwerfungsutopien des kommunistischen Staates integriert. Erst eine allmähliche Abkehr von den politischen Allmachtsphantasien seit Ende der 1970er Jahre ermöglichte auch im Verhältnis zur Umwelt einen Neuanfang. Zwar entwickelt sich die Umweltgeschichte in China heute im internationalen Dialog, sie sucht aber ebenso ihre kulturellen Wurzeln. Diese findet sie vor allem in der Historischen Geographie. Deren Einfluss auf die Umweltgeschichte soll in dem Projekt bestimmt werden. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die heutige Entwicklung von Umweltbewusstsein in China ziehen. Denn dazu leistet die Umweltgeschichte durch ihre Vermittlung von historischem Wissen über den Umgang mit der Umwelt einen wichtigen Beitrag.