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Prof. Dr. Christoph Conrad

Université de Genève,
CH
Fellow
01.10.08-31.03.09

Freiburg Institute for Advanced Studies
School of History

    Lebenslauf

    Geboren 1956 in Bonn, Studium der Geschichte, Islamwissenschaft und Philosophie in Berlin und Bonn, an der EHESS Paris und der Brandeis University (USA); Promotion an der FU Berlin 1992; 1994/95 Kennedy-Fellow am Center for European Studies der Harvard University; 1992-98 Wiss. Assistent am Lehrstuhl von Prof. Dr. Jürgen Kocka an der FU Berlin; 1998-2001 Geschäftsführender Leiter des Zentrums für Vergleichende Geschichte Europas in Berlin; seit 2002 Professor für Neueste Geschichte an der Universität Genf. Zwischen 1997 und 2008 mehrere Gastdozenturen an der EHESS Paris und der Ecole Normale Supérieure, Paris (rue d’Ulm); 2001/02 Fellow am Netherlands Institute for Advanced Studies (NIAS) in Wassenaar; 2007 Körber Visiting Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM), Wien. Forschungsinteressen betreffen die Geschichte und Theorie von Historiographie, die vergleichende Geschichte des Wohlfahrtsstaates sowie die Geschichte von Markt- und Meinungsforschung.

     

    Veröffentlichungen

    MONOGRAPHIEN

    - Erfolgsbeteiligung und Vermögensbildung der Arbeitnehmer bei Siemens (1847-1945) (= Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, Beiheft 36), Stuttgart 1986.

    - Vom Greis zum Rentner. Der Strukturwandel des Alters in Deutschland zwischen 1830 und 1930 (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft 104), Göttingen 1994.

    HERAUSGEBERSCHAFTEN

    - mit Hans-Joachim von Kondratowitz (Hrsg. u. Einl.), Gerontologie und Sozialgeschichte. Wege zu einer historischen Betrachtung des Alters, Berlin 1983; 2., überarb. Aufl. 1985.

    - (Hrsg. u. Einl.) Alter in historischer Sicht/Old Age in Historical Perspective. (Themenheft), in: Zeitschrift für Gerontologie 17 (1984), Nr. 1.

    - mit Paul Johnson und David Thomson (Hrsg. u. Einl.), Workers Versus Pensioners: Intergenerational Justice in an Ageing World, Manchester/New York 1989; 2. Aufl. 1990.

    - mit Hans-Joachim von Kondratowitz (Hrsg. u. Einl.), Zur Kulturgeschichte des Alterns/Toward a Cultural History of Aging, Berlin 1993.

    - mit Martina Kessel (Hrsg. u. Einl.), Geschichte schreiben in der Postmoderne. Beiträge zur aktuellen Diskussion, Stuttgart 1994.

    - mit Martina Kessel (Hrsg. u. Einl.), Kultur & Geschichte. Neue Einblicke in eine alte Beziehung, Stuttgart 1998.

    - mit Manfred Hildermeier und Jürgen Kocka (Hrsg.), Europäische Zivilgesellschaft in Ost und West. Begriff, Geschichte, Chancen, Frankfurt a.M./New York 2000.

    - mit Gunilla Budde u.a. (Hrsg.), Jürgen Kocka: Interventionen. Der Historiker in der öffentlichen Verantwortung, Göttingen 2001.

    - mit Jürgen Kocka (Hrsg. u. Einl.), Staatsbürgerschaft in Europa. Historische Erfahrungen und aktuelle Debatten, Hamburg 2001.

    - mit Sebastian Conrad (Hrsg. u. Einl.), Die Nation schreiben. Geschichtswissenschaft im internationalen Vergleich, Göttingen 2002.

    - (Hrsg. u. Einl.), Mental Maps (Themenheft), in: Geschichte und Gesellschaft 28 (2002), Heft 3.

    - (Hrsg. u. Einl.), Sozialpolitik transnational (Themenheft), in: Geschichte und Gesellschaft 32 (2006), Heft 4.

    - mit Laura von Mandach (Hrsg. u. Einl.), Auf der Kippe. Integration und Ausschluss in Sozialhilfe und Sozialpolitik / Sur la corde raide. Intégration et exclusion dans l’assistance sociale et la politique sociale, Zürich 2008.

    - Mitherausgeber von Geschichte und Gesellschaft und Mitglied des Comité éditorial von Le Mouvement Social

     

    FRIAS Forschungsprojekt

    "Geschichtsbewusstsein und nationale Identitätsbildung im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts"

    Die Geschichte der Geschichtsschreibung ist in den letzten Jahren in mindestens drei Richtungen erneuert worden. Erstens haben die Vergleichs-, Beziehungs- und transnationale Geschichte auf die Kultur- und Ideengeschichte Anwendung gefunden. Zweitens hat die Neuorientierung der Nationalismusforschung seit den frühen 1980er Jahren die Leitfragen der „invention of tradition“ und der Identitätskonstruktion in den Mittelpunkt gerückt. Schließlich haben die Innovationen in der Wissenschaftsgeschichte und der historischen Wissenssoziologie auch die Human- und Geisteswissenschaften befruchtet. Am Kreuzungspunkt dieser Debatten ist das gemeinsame Projekt von Stefan Berger und Christoph Conrad angesiedelt. Sie wollen gemeinsam ein Buchmanuskript, eine kurze Synthese, mit dem vorläufigen Arbeitstitel: Historical Consciousness and National Identity Formation in 19th and 20th Century Europe schreiben. Dabei handelt es sich um den sechsten und abschließenden Band der Buchreihe Writing the Nation, die von Palgrave MacMillan ab 2008 publiziert wird. Diese Reihe stellt das Hauptresultat des von der European Science Foundation finanzierten Forschungsprogramms „Representations of the Past: The Writing of National Histories in Europe“ (NHIST) dar, das Berger und Conrad zwischen 2003 und 2008 geleitet haben. (www.uni-leipzig.de)