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Brunna Tuschen-Caffier

Psychologie
Fakultät für Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaften
Freiburg, Deutschland

    Lebenslauf

    Born 1957; 1983 Diploma-Degree in Psychology at the University of Heidelberg; 1990 PhD in Psychology at the University of Heidelberg; 1998 Habilitation at the University of Marburg; 1984-1989 Lecturer, University of Heidelberg; clinical psychologist in a prison; 1989-1998 Lecturer, research assistance, University of Marburg; 1997-1998 Stand-in-Professor for Clinical Psychology, University of Greifswald; 2000-2003 Professor for Clinical Psychology (C4), University of Siegen; 2003-2007    Professor for Clinical Psychology and Psychotherapy (C4), University of Bielefeld; 2003-2007    Scientific leader of the Christoph-Dornier-Foundation, Institute of Bielefeld; 2006 Member of the Electoral Committee of the German Psychological Society (DGPs); 2006-2010 Member of the board of directors of the German Society for Eating Disorders (DGESS); Since 2007 Professor for Clinical Psychology and Psychotherapy (W3), Albert-Ludwigs-University of Freiburg; 2010-2011 Senior Research Fellowship des FRIAS, Universität Freiburg;

    Veröffentlichungen (Auswahl)

    Books
    Tuschen-Caffier, B., Kühl, S. & Bender, C. (2009). Soziale Ängste und soziale Angststörung im Kindes- und Jugendalter: Ein Therapiemanual. Göttingen: Hogrefe

    Articles
    Ehring, T., Tuschen-Caffier, B., Schnülle, J., Fischer, S., & Gross, J.J. (2010). Emotion regulation and vulnerability to depression. Spontaneous versus instructed use of emotion suppression and reappraisal. Emotion, 10(4), 563-572
    Svaldi, J., Caffier, D. & Tuschen-Caffier, B. (2010). Emotion suppression but nor reappraisal increases desire to binge in women with binge eating disorder. Psychotherapy and Psychosomatics, 79, 188-190.
    Starcke, K., Tuschen-Caffier, B., Markowitsch, H. J., & Brand, M. (2010). Dissociation of decisions in ambiguous and risky situations in obsessive–compulsive disorder. Psychiatry Research, 175, 114-120. (online)
    Starcke, K., Tuschen-Caffier, B., Markowitsch, H.J. & Brand, M. (2009). Skin conductance responses during decisions in ambiguous and risky situations in obsessive-compulsive disorder. Cognitive Neuropsychiatry, 14 (3), 199-216.

    FRIAS-Forschungsprojekt

    Bewältigungsverhalten in Notfällen
    Die Notwendigkeit des angemessenen Umgangs mit Notfallsituationen ist durch Großschadensereignisse bzw. Katastrophen wie das ICE-Unglück in Enschede 1998, den Angriff auf das World-Trade-Center 2001 oder auch den Tsunami 2004 verstärkt in der gesellschaftlichen Wahrnehmung angekommen. Aber auch die Häufigkeit individueller Notfallsituationen oder traumatischer Erfahrungen, wie z. B. Verkehrsunfälle oder Gewalterfahrungen, weist darauf hin, dass es wichtig ist, Menschen auf Notfallsituationen angemessen vorzubereiten und ihr Bewältigungsverhalten in potentiellen Notfallsituationen zu fördern. Ein wichtiger Aspekt der Bewältigung von Notfällen ist dabei die Art des Umgangs mit Gefühlen (Emotionsregulation bzw. Emotionsdysregulation) sowie die Frage der Trainierbarkeit angemessener Emotionsregulationsstile für Helfer und Opfer in akuten Notfallsituationen.
    Allerdings ist die Erforschung menschlicher Reaktionen in echten Notfallsituationen mit experimenteller Kontrolle und Variation zentraler Rahmenbedingungen aus ethischen und anderen Gründen nahezu unmöglich. In der Zusammenarbeit zwischen Expertinnen und Experten aus der Psychologie und der Informatik können dagegen neue Methoden entwickelt werden, um möglichst realitätsnah menschliches Verhalten in Notfallsituationen untersuchen zu können. So werden in der Informatik virtuelle Katastrophenszenarien entwickelt, die es den Untersuchungsteilnehmern ermöglichen, interaktiv in einer Szene mitzuwirken und zumindest ansatzweise das Stresserleben zu empfinden, das Menschen in solchen Situationen haben können (z. B. als Feuerwehrmann einen Waldbrand zu löschen; als Opfer oder Helfer in einem brennenden Haus einen Ausweg suchen). Bei der Entwicklung solcher VR-Szenarien wird die Expertise aus der Psychologie (Leitung: Prof. Tuschen-Caffier) dazu beitragen, Emotionen in Notfallsituationen angemessen modellieren und möglichst überzeugende Handlungspartner (Agenten) in virtuellen Umgebungen erzeugen zu können. Aus der Informatik (Leitung: Prof. Nebel) werden die Kenntnisse in der Erstellung von Simulationsumgebungen, aber auch z. B. aus der Rettungsrobotik und Handlungsplanung eingebracht.
    Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit verspricht, dass auf innovative Weise Notfallszenarien entwickelt werden, anhand derer das Erleben und Verhalten von Menschen in Notfallsituationen besser verstanden werden kann. Diese Erkenntnisse sollen wiederum in Trainingsprogramme einfließen, um das Bewältigungsverhalten von Menschen, die Notfällen ausgesetzt sein könnten (z. B. Rettungskräfte) zu verbessern.