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Start des neuen FRIAS Forschungsschwerpunkts 2019/20 Environmental Forecasting

Auftaktworkshop mit deutschen und internationalen Forschenden

Ob Wetterberichte, Prognosen für Hochwasser und Erdrutsche oder Modelle zur Berechnung der Kohlenstoffbilanz von Wäldern: Umweltmodelle gelten als wichtige wissenschaftliche Instrumente, die es ermöglichen, komplexe und dynamische Mensch-Umwelt-Systeme in Langzeitperspektive zu analysieren und zu verstehen – und die zugleich akademisches Fachwissen in die Alltagspraxis übertragen und die Arbeit von Entscheidungsträgerinnen und -trägern unterstützen sollen. Doch für wen oder was ein Modell entworfen wurde, kann sich auf die Vorhersagen und Erklärungen, die es hervorbringt, entscheidend auswirken. Mit dieser Problematik befasst sich der neue Forschungsschwerpunkt am Freiburg Institute for Advanced Studies: Ein Team um Prof. Dr. Stefan Baumgärtner, Prof. Dr. Carsten Dormann und Prof. Dr. Kerstin Stahl aus der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Universität Freiburg will in den kommenden zehn Monaten gemeinsam mit internationalen Forschenden unterschiedliche methodologische Ansätze von Modellen in den Umweltwissenschaften untersuchen, deren wissenschaftliche Glaubwürdigkeit prüfen und der Frage nachgehen, wie Umweltmodelle als Informationsgrundlage für Nicht-Wissenschaftlerinnen und Nicht-Wissenschaftler funktionieren können.

Das Team wird hierzu Modelle aus Disziplinen wie der Ökosystemökologie, Ökonomie, Forstwirtschaft, Geologie, Geschichte und Methodik der Wissenschaft, Hydrologie, Informatik, Industrieökologie und Meteorologie beleuchten. Das Projekt startet am 7. Oktober mit einem mehrtägigen Workshop. Eingeladen sind deutsche und internationale Forschende. Gemeinsam werden sie diskutieren, welche Aspekte die Erstellung von Umweltmodellen beeinflussen. Dabei geht es unter anderem darum, besser zu verstehen, welche eigenen Einstellungen und Weltansichten die Forschenden bei der Erstellung von Modellen bewusst oder unbewusst einfließen lassen.

Ausgehend von diesem Workshop will das Freiburger Team den fächerübergreifenden Austausch über Modelle in den Umweltwissenschaften mithilfe des FRIAS-Forschungsschwerpunkts weiter voranbringen. Denn die Vielfalt der Traditionen, Methoden und Techniken, so die Annahme der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, könne den Vergleich und die Bewertung von Modellergebnissen und deren praktische Anwendung über akademische Disziplinen hinweg erschweren, zu Missverständnissen führen und Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Umweltvorhersagen wecken. Ihr Ziel ist es daher, im Ergebnis aus verschiedenen disziplinären Erfahrungen eine „Best Practice“ herauszubilden, um glaubwürdige Umweltprognosen zu ermöglichen und eine Forschungsagenda zur Behebung der bestehenden Defizite zu formulieren.

 

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Photo: Flat earth. Courtesy of Treky0623 / Wikimedia Commons