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Brüssel - New York - Freiburg: Neue Geschäftsführung am FRIAS

Wissenschaftsmanagerin Dr. Annette Doll übernimmt die Geschäftsführung des FRIAS.

Seit dem 15. Januar 2020 hat das FRIAS mit Dr Annette Doll nach zweijähriger Vakanz wieder eine Geschäftsführerin. Die Wissenschaftsmanagerin war zuvor in verschiedenen nationalen und internationalen Wissenschaftsorganisationen tätig gewesen, unter anderem als Leiterin des KoWi-Büros in Brüssel (Kooperationsstelle EU der Wissenschaftsorganisationen) und des DFG-Büros in New York. Zuletzt arbeitete sie als Programmdirektorin in der DFG-Gruppe "Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme". 
Wir haben exklusiv mit ihr gesprochen: über ihr Verständnis von Wissenschaftsmanagement, den amerikanischen Wissenschaftsbetrieb und natürlich über ihre Pläne für die Arbeit am FRIAS.


Frau Doll, Sie haben in Bonn, Brüssel und New York als Wissenschaftsmanagerin internationale Forschende aller Disziplinen über viele Jahre unterstützt. Worauf freuen Sie sich am FRIAS in Freiburg?

Das FRIAS ist ein inspirierender Ort der Spitzenforschung über Disziplinen hinweg - das spricht mich besonders an. Außerdem reizt mich die Zusammenarbeit mit der internationalen Fellow Community, dem FRIAS Direktorium, dem großartigen FRIAS Team und die Kooperation mit vielen Kolleginnen und Kollegen an einer herausragenden Forschungsuniversität. Im internationalen Wettbewerb ringen wir um die besten und innovativsten Forscherinnen und Forscher, das ist eine spannende Herausforderung, auf die ich mich besonders freue. Der Freiburger Dreiklang aus FRIAS, Universität und Stadtgesellschaft bietet aus meiner Sicht die richtigen Ingredienzien, um als Standort für Spitzenforschung international noch sichtbarer zu werden.

 

Sie sind promovierte Literaturwissenschaftlerin. Was hat Sie daran gereizt, das Wissenschaftsmanagement zu Ihrer Sache zu machen?

Der intellektuelle Austausch mit herausragenden Forschenden und die Möglichkeit, diese Menschen und ihre spannenden Projekte zu unterstützen, waren und sind intrinsische Motivation für mich als Wissenschaftsmanagerin. Im Laufe meiner Karriere habe ich verschiedene nationale und internationale Wissenschaftssysteme und deren Förderangebote kennengelernt und Netzwerke in Wissenschaft und Wissenschaftspolitik aufgebaut. Beides werde ich in die Arbeit am FRIAS einbringen, um hier großartige Menschen und deren Projekte zu unterstützen.

Wissenschaftsmanagement ist in meinen Augen dann erfolgreich, wenn es herausragende Forschung ermöglicht. Im Englischen gibt es dafür den schönen Ausdruck „facilitator“ und genauso verstehe ich meine zukünftige Aufgabe: Gemeinsam mit vielen anderen hier in Freiburg und mit unseren internationalen Partnern einen Beitrag dazu zu leisten, dass das FRIAS ein ganz besonderer Ort der Spitzenforschung ist und sich als solcher noch weiterentwickelt.

 

Sie waren einige Jahre im nordamerikanischen Wissenschaftsbetrieb tätig. Was hat Sie dort am meisten beeindruckt?

Beeindruckt hat mich vor allem, dass die intellektuelle Diskussionskultur auf dem nordamerikanischen Kontinent von tiefem Respekt für die jeweils andere Idee geprägt ist. Sie wird jenseits jeder institutionellen Hierarchie gelebt. Auch die enorme kulturelle und soziale Diversität der nordamerikanischen Forschungslandschaft hat mich begeistert. Solche gelebten Integrationsleistungen können für das deutsche Universitätssystem inspirierend sein. Auch hier hat das FRIAS einen wichtigen Auftrag.

Annette Doll

 

Was werden Ihre ersten Aktivitäten am FRIAS sein?

Zuhören!

Unseren Fellows, dem FRIAS Team, dem Direktorium und den FRIAS Gremien sowie unseren Kolleginnen und Kollegen an der Universität und unseren internationalen Partnern. Achtsames Zuhören, um Prozesse und das Zusammenwirken zu verstehen, um unterschiedliche Blickwinkel miteinzubeziehen und schließlich hieraus Weitblick zu ermöglichen

Verstehen.

Was gut klappt und wo es klemmt. Das verstehen, was nicht in den Organigrammen steht. Da hoffe ich auf Unterstützung von allen!

Vernetzen.

Menschen und ihre Expertise an einen Tisch bringen. In vielen Konstellationen, um gemeinsam spannende, neue Förderformate für das FRIAS zu entwickeln.

Pläne schmieden.

Die am FRIAS angesiedelten Forschungsprojekte und Forschungsfragen sind von hoher Gesellschaftsrelevanz. Sie sollten daher der universitären Öffentlichkeit, speziell den Studierenden, wie auch der breiten städtischen Öffentlichkeit noch intensiver nähergebracht werden. Neben der Förderung der Wissenschaft ist es u.a. ein Ziel, diese Herausforderung – beispielsweise über neue Veranstaltungsformate – anzugehen.

Die gerade vom Landtag in Stuttgart beschlossene Verankerung des FRIAS in den Haushalt der Universität Freiburg ermöglicht es uns, Zukunftspläne für die Wissenschaft zu schmieden.

Ich freue mich auf meine neue Aufgabe und die Zusammenarbeit mit allen, die das FRIAS zu solch einem besonderen Ort gemacht haben und weiterentwickeln werden.