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Im Zeichen der Migrationsforschung

In den letzten Apriltagen waren am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) zwei Themen präsent - Migrationsforschung und die derzeitige Asylpolitik der Europäischen Union.

Am 26. April 2017 sprach die Schweizer Migrationsforscherin Prof. Dr. Sandra Lavenex (Universität Genf) im Rahmen der Freiburger Horizonte über die derzeitige Asylpolitik der Europäischen Union. Mit dem Format der Freiburger Horizonte bietet das FRIAS einen guten Rahmen, den Austausch zwischen Menschen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu stärken, der in diesem Themenfeld besonders dringlich ist.

Als Expertin in den Bereichen Migrationspolitik und internationale Beziehungen sprach Frau Lavenex über ein zentrales politisches Dilemma in der derzeitigen europäischen Asylpolitik. Alle Mitgliedsstaaten sind durch die Genfer Flüchtlingskonvention rechtlich dazu verpflichtet, Schutzsuchende aufzunehmen und ihnen die Möglichkeit für ein Asylverfahren zu gewähren. Welcher Mitgliedsstaat für diesen Schutzauftrag zuständig ist, regelt seit 2013 die Dubliner Verordnung als völkerrechtlicher Vertrag zwischen den Staaten der Europäischen Union. Ziel der Verordnung ist es, dass Geflüchtete nur in einem statt gleichzeitig in mehreren Mitgliedsstaaten einen Asylantrag stellen können. Grundsätzlich gilt, dass derjenige Mitgliedsstaat Asylverfahren prüft, in den die Asylsuchenden zuerst eingereist sind. Da Geflüchtete in den letzten zwei Jahren vermehrt über Mittelmeerrouten und dem Landweg über die Türkei in die EU einreisen, sind die Ankunftsländer insbesondere Italien, Spanien, Griechenland und Ungarn. Derzeit zeige sich, dass es an einer gemeinsamen Lösung zur Aufnahme und Umverteilung von Geflüchteten mangelt, so Lavenex. Dieser fehlende zwischenstaatliche Konsens stehe im Gegensatz zu dem allgemeinen Schutzauftrag aller Mitgliedsstaaten.


Ein im Anschluss stattfindender FRIAS-Workshop „Challenging State Sovereignity in the Age of Migration” behandelte das Thema der Migration in Ländern Südost- und Ostasiens. Die Veranstaltung diente dem Ziel Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Disziplinen Politik-wissenschaft, Politische Soziologie, Japanologie und Wirtschaftsgeographie zusammenzubringen, um eine übergreifende Perspektive auf Migration in Südost- und Ostasien zu erarbeiten. FRIAS Senior Fellow Prof. Dr. 
Nikola Piper, die beiden FRIAS Alumni Dr. Stefan Rother und Prof. Jürgen Rüland sowie Prof. Dr. Lavenenx und weitere Expertinnen und Experten arbeiteten konkret an der Veröffentlichung eines Special Issue für das European Journal of East Asian Studies.


Die nächste Veranstaltung in der Reihe der Freiburger Horizonte greift erneut die Migrationsthematik auf und thematisiert die gesellschaftlichen Konsequenzen von Immigration. Am 4. Juli 2017 wird Prof. Dr. Naika Foroutan, stellvertretende Direktorin am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung, über das Konzept der „postmigrantischen Gesellschaft“ sprechen. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zu Prof. Dr. Foroutan finden Sie hier.