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FRIAS Forschungsschwerpunkt 2019/20 ausgewählt

Der wissenschaftliche Beirat des FRIAS hat einen neuen Forschungsschwerpunkt ausgewählt. Eine Forschergruppe der Universität Freiburg untersucht im Rahmen des FRIAS-Forschungsschwerpunkts "Environmental Forecasting" (Umweltvorhersagen) im akademischen Jahr 2019/20 Modellierungstradition und ihre unterschiedlichen Ziele in den Umweltwissenschaften.
FRIAS Forschungsschwerpunkt 2019/20 ausgewählt

© IPPC 2013*

 

Umweltmodelle sind wichtige wissenschaftliche Instrumente, die es ermöglichen, komplexe und dynamische Mensch-Umwelt-Systeme in Langzeitperspektive zu analysieren und zu verstehen. Sie sind auch ein wichtiges Instrument, um akademisches Fachwissen in die Alltagspraxis zu übertragen und die Arbeit von Entscheidungsträger/innen und Expert/innen zu unterstützen. Beispiele hierfür sind Modelle, die Erdrutsche und Hochwasser vorhersagen oder die Kohlenstoffbilanz von Wäldern berechnen. Andere Modelle sind auch für Laien nützlich, z.B. die Wettervorhersage, die täglich von vielen genutzt wird. Doch für wen oder was ein Modell entworfen wurde, kann entscheidende Auswirkungen auf die Vorhersagen und Erklärungen haben, die es hervorbringt.

Carsten Dormann, Kerstin Stahl und Stefan Baumgärtner von der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen an der Universität Freiburg werden ein Team von Freiburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und internationalen Forscherinnen und Forschern zusammenbringen. Gemeinsam werden sie die sich enorm unterscheidenden methodologischen Ansätze von Modellen in den Umweltwissenschaften untersuchen und ihre variierende wissenschaftliche Glaubwürdigkeit prüfen.

 

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Konzeption eines Modells:

  • Welche Funktion erfüllt ein Modell? Dient es zur Erklärung oder Prognose eines Prozesses?
  • Wer nutzt ein Modell? Experten, Entscheidungstragende oder Laien?
  • Welche Auswirkungen haben die Ergebnisse eines Modells in Wissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik?
  • Wie groß ist die internationale Forschungsgemeinschaft hinter einem Modellansatz?
  • In welcher Forschungsdisziplin wurde ein Modell entwickelt? Physik, Informatik, Umweltwissenschaften?
  • Wie wird gesellschaftliche Bedeutung des Modells wahrgenommen? Relevanz, Legitimität, Glaubwürdigkeit.

 

Diese Vielfalt erschwert den Vergleich und die Bewertung von Modellergebnissen und ihre praktische Anwendung über akademische Disziplinen hinweg.

Das Forschungsteam wird Modelle aus verschiedenen Disziplinen untersuchen, darunter Ökosystemökologie, Ökonomie, Forstwirtschaft, Geologie, Geschichte und Methodik der Wissenschaft, Hydrologie, Informatik, Industrieökologie und Meteorologie. Ziel ist es, aus verschiedenen disziplinären Erfahrungen eine Best Practice herauszubilden, um weithin glaubwürdige Umweltprognosen zu ermöglichen und eine Forschungsagenda zur Behebung der bestehenden Defizite zu formulieren.

Forscherinnen und Forscher aus dem Ausland, die an einer Zusammenarbeit mit dem Forschungsteam interessiert sind, können sich noch bis zum 15. September 2018 für das Marie S. Curie FRIAS COFUND Fellowship Programm (FCFP) für einen Aufenthalt am FRIAS bewerben.

Weitere Informationen zur Ausschreibung

Für detailliertere Informationen zum Forschungsprogramm des Teams lesen Sie bitte die Projektskizze oder kontaktieren Sie Carsten Dormann.

 

 

 

*Reference: Flato, G., J. Marotzke, B. Abiodun, et. al. (2013): Evaluation of Climate Models, p. 790. In: Climate Change 2013: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change [Stocker, T.F., D. Qin, G.-K. Plattner, M. Tignor, S.K. Allen, J. Boschung, A. Nauels, Y. Xia, V. Bex and P.M. Midgley (eds.)]. Cambridge University Press, Cambridge, United Kingdom and New York, NY, USA.

 

 

  13/08/18