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Emmy Noether-Forschungsgruppe für Simone Müller

Dr. Simone Müller, Mitglied der FRIAS-Projektgruppe “A Green City Mandate”, wird ab September 2016 eine Emmy Noether-Forschungsgruppe zur Ökonomie des globalen Abfall-Handels am Rachel Carson Center for Environment and Society in München leiten.

Das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ermöglicht es Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern aller Disziplinen, über fünf Jahre hinweg ein junges Forschungsteam zu leiten und wissenschaftlich selbständig zu arbeiten. Durch den erfolgreichen Abschluss einer Emmy Noether-Forschungsgruppe qualifizieren sich die Gruppenleiterinnen und -leiter zudem für die Übernahme einer Professur.    

Simone Müller wird sich mit ihrer Forschungsgruppe der globalen Abfallwirtschaft widmen. Dabei richtet sie den Blick auf sogenannte „ghost acres“, also Flächen, auf denen zumeist toxischer Abfall gelagert wird, die aus Industrienationen in Entwicklungsländer exportiert werden. Waren solche „ghost acres“ zunächst ein Phänomen der Industrialisierung im Europa des 19. Jahrhunderts, finden sie sich heute hauptsächlich in Entwicklungsländern wie Bangladesch, Indien, Ecuador oder Ghana. Nach der umweltpolitischen Wende in den 1970er Jahren wuchs die Masse an toxischem Abfall, bei gleichzeitig gestiegenen Kosten der Müllentsorgung in den Industrienationen. Diese Länder begannen daraufhin, den toxischen Abfall als „recyclebar“ zu deklarieren und in Nicht-OECD Staaten zu exportieren. Küstenregionen in Bangladesch, Haiti, Indien und anderen Ländern wurden zu gigantischen Mülldeponien, mit katastrophalen Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung.

In ihrem Forschungsvorhaben interessiert sich Simone Müller insbesondere für die Frage, wie es trotz internationaler Umweltregulierungen dazu kommen konnte, dass Entwicklungsländer diesen Müll freiwillig importierten und inwiefern nationale, transnationale und globale „Abfall-Regime“ gleichermaßen auf einem System des „freiwilligen Austausches“ und eines „Abfall-Imperialismus“ beruhen. 

Simone Müller studierte Anglistik, Geschichte und Politik an der Universität Würzburg und promovierte an der Freien Universität Berlin am John F. Kennedy-Institut für Nordamerikastudien, mit Aufenthalten an der Harvard University und dem Deutschen Historischen Institut in Washington D.C. Seit September 2013 ist sie Akademische Rätin für Nordamerikanische Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit September 2015 ist sie zudem Mitglied der FRIAS-Projektgruppe „A Green City Mandate“, die sich mit der Frage beschäftigt, ob und wie sich der (post-)moderne Städtebau Umweltherausforderungen wie Schadstoffbelastungen, Abwasserreinigung oder nachhaltigem Energieverbrauch anpasst.


Weitere Informationen zu Simone Müller

Informationen zur FRIAS Projektgruppe "A Green City Mandate"

05/2016