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Akademische Verbindungen transkontinental

Der akademische Austausch mit Forschenden aus Afrika soll zukünftig weiter verstärkt werden. Letzte Woche begrüßte das FRIAS eine Delegation der University of Namibia. Ihr Ziel: die Vernetzung mit Forschungsinstutionen am Oberrhein.
Akademische Verbindungen transkontinental

Foto: FRIAS

Freiburg begrüßte vergangene Woche eine Delegation aus Politikwissenschaftlern der University of Namibia. Während ihres Aufenthalts vom 11. bis zum 15. November besuchten Professor emeritus Andre du Pisani, Professor Lesley Blaauw und Job Shipululo Amupanda auch das FRIAS. Die Delegation nutzte die Gelegenheit, um mit FRIAS Direktor Professor Bernd Kortmann über den Austausch zwischen Forschenden der Uni Freiburg und der University of Namibia zu sprechen.

Andre du Pisani war dazu eingeladen worden, vergangenen Montagabend im Rahmen der Freiburger Afrika Gespräche zu sprechen.  Die Vorlesungsreihe des momentan im Aufbau begriffenen Afrikazentrums für transregionale Forschung wurde ins Leben gerufen, um einer breiteren Öffentlichkeit einen differenzierten Blick auf Themen und Fragestellung rund um Politik, Gesellschaft und Wissenschaft in und aus Afrika zu ermöglichen. Gemeinsam mit Professor Reinhart Kößler vom Arnold Bergstraesser Institut (ABI) sprach du Pisani über die deutsch-namibischen Beziehungen, die bis heute stark von der deutschen Kolonialgeschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts beeinflusst sind.

Ihren einwöchigen Aufenthalt am Oberrhein nutzte die Delegation, um bereits bestehende Kontakte auszubauen. Ihr Besuch am FRIAS ist in gewisser Weise auch ein lang erhoffter Gegenbesuch: Im Februar 2019 war FRIAS Direktor Bernd Kortmann Teil einer Delegation aus Wissenschaftlern, die die baden-württembergische Wissenschaftsministerin nach Namibia begleitete. In einem feierlichen Akt hatte Bauer damals kulturelle Artefakte, die während der Kolonialzeit unrechtmäßig in deutschen Besitz geraten waren, zurückgegeben.

Am FRIAS nahm die Delegation am wöchentlichen Kolloquium der Geistes- und Sozialwissenschaften teil. Vor allem du Pisani lobte die produktive Atmosphäre des Kolloquiums und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich ein vergleichbares Austauschforum nach FRIAS-Muster auch an seine Heimatuniversität exportieren ließe.

Dass lebendiger Austausch die Grundvoraussetzung für akademischen Erfolg ist, ist eine Binsenweisheit. Eine der Kernaufgaben des FRIAS ist es daher, Wissenschaftler zum Dialog über disziplinäre oder Ländergrenzen hinweg zu ermutigen. In Hinblick auf die „westliche“ Welt war dieses Ansinnen erfolgreich: Seit seiner Gründung versammelte das Institut Gastwissenschaftler aus aller Welt, nicht nur aus dem europäischen und amerikanischen Ausland, sondern auch aus Südamerika und Asien. Afrikanische Fellows sind jedoch eine Seltenheit geblieben: Nur zwei afrikanische Länder, Uganda und Ägypten, finden sich auf der langen Liste der Herkunftsländer unserer Fellows.

Asymmetrische Verhältnisse wie diese machen sich immer noch viel zu oft bemerkbar. Am FRIAS soll sich das nun ändern. Mit seiner internationalen Ausrichtung engagiert sich das Institut in der Förderung transkontinentaler Netzwerke und fungiert als Advokat einer Zusammenarbeit mit Forschenden aus Afrika. Auch wenn es (vorerst) nur Einzelfälle sind – Arbeitstreffen und Besuche wie diese sind ein notwendiger Schritt, um langfristig eine wirklich inklusive Wissenschaftslandschaft zu schaffen.

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