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FRIAS Fellows sind erfolgreiche Partner in zwei neu bewilligten SFBs an der Universität Freiburg

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat zum 1. Juli 2012 an der Universität Freiburg zwei neue Sonderforschungsbereiche (SFB) eingerichtet: „Helden, Heroisierungen, Heroismen“ (SFB 948) und “Medizinische Epigenetik – Von grundlegenden Mechanismen zu klinischen Anwendungen” (SFB 992). An diesem Erfolg ist das FRIAS nicht unbeteiligt, denn nicht wenige der an den neuen SFBs beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzten ihr FRIAS-Fellowship zur Vorbereitung und Beantragung von wissenschaftlichen Teilprojekten innerhalb der beiden Forschungsverbünde. Das FRIAS gratuliert den erfolgreichen Antragstellern und freut sich auf die stimulierenden wissenschaftlichen Impulse, die von den neu geförderten SFBs ausgehen und das Forschungspotential der Universität Freiburg in den Geistes- wie in den Naturwissenschaften weiter stärken werden.

Der SFB „Helden, Heroisierungen, Heroismen“ wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Philosophischen und Philologischen Fakultät getragen, die von der School of History und der School of Language & Literature während der Planungsphase in vielfacher Weise unterstützt wurden. Die Förderung erstreckt sich über einen Zeitraum von vier Jahren mit einem Gesamtfördervolumen von mehr als fünf Millionen Euro.
Das besondere Interesse des Teams des SFB 948 gilt den Funktionen von Helden und Heldinnen innerhalb ihres sozialen und kulturellen Umfeldes. Dabei geht es besonders um Prozesse der Heroisierung und der Instrumentalisierung von heroischen Figuren, ihre Semantik, Medialität und symbolische Wirksamkeit. Erforscht werden soll das Spannungsverhältnis zwischen der Ausnahmestellung von Heldenfiguren und den sozialen Ordnungen, die von ihnen stabilisiert, aber auch in Frage gestellt werden. Obwohl Helden heute aktueller denn je erscheinen, wurde das Phänomen des Heroischen bisher noch nicht systematisch und historisch differenziert erforscht. Der SFB soll dies über einen Zeitraum von zwölf Jahren in einem transdisziplinären Zugriff erreichen und der Frage nachgehen, wann und auf welche Weise Heldinnen und Helden in der langen Traditionslinie zwischen der Antike und dem 21. Jahrhundert der Selbstverständigung von Gemeinschaften dienen. Dies soll eine theoretische Durchdringung des Heroischen leisten, die kulturelle, historische, soziale und mediale Bedingtheiten des Phänomens in den Vordergrund stellt. Die Spannweite der Teilprojekte reicht von Studien zu heroisierten Herrscherfiguren, Herrscherkonzepten und Heldendenkmälern der Antike und Neuzeit über mittelalterliche Heroismen, den Glanz und die Stimme als Ausdrucksformen des Heroischen, exotische Helden und konkurrierende Heldenkonzepte in der Populärkultur bis zur Soziologie des Außergewöhnlichen.
In der ersten Förderphase konzentriert sich das Vorhaben auf den Zeitraum bis ins beginnende 20. Jahrhundert sowie auf Europa und europäisch geprägte Räume. In den anschließenden Förderphasen findet eine zeitliche Ausweitung durch die Einbeziehung des 20. und 21. Jahrhunderts sowie eine räumliche Erweiterung durch außereuropäische Kulturen statt. Vorgesehen sind 19 wissenschaftliche Teilprojekte sowie ein Integriertes Graduiertenkolleg.

Am Sonderforschungsbereich “Medizinische Epigenetik – Von grundlegenden Mechanismen zu klinischen Anwendungen” (SFB 992) sind unterschiedliche Institute und Abteilungen der Universität und des Universitätsklinikums Freiburg sowie des Max -Planck- Instituts für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg beteiligt. Die Förderung erstreckt sich ebenfalls über einen Zeitraum von vier Jahren mit einem Gesamtfördervolumen von mehr als elf Millionen Euro.
Epigenetik ist ein neues Forschungsfeld, das sich mit Mechanismen der Vererbung beschäftigt, die über die genetische Festlegung hinausgehen. Es handelt sich um dynamische Veränderungen, bei denen wechselnde Umweltbedingungen wie zum Beispiel Ernährung, Stress sowie Medikamente epigenetische Muster hinterlassen. Die Analyse und Interpretation dieser epigenetischen Muster kann zum besseren Verständnis der Entstehung von Krankheiten beitragen und neue Wege der Diagnose und Behandlung aufzeigen. Auch dieses Verbundprojekt hat das FRIAS engagiert unterstützt. Oliver Einsle (Institut für Biochemie) und Manfred Jung (Institut für Pharmazeutische Wissenschaften), beide zurzeit Internal Senior Fellows in der Interdisziplinären Forschergruppe "Structure based epigenetic drug discovery", sind wesentlich am SFB beteiligt und konnten ihre Zeit am FRIAS für die Planung von Projektanträgen nutzen. Oliver Einsle führt das Z2-Projekt "Epigenetic Drug Discovery" und Manfred Jung leitet ein wissenschaftliches Projekt zu epigenetischen Hemmstoffen und ist der Koordinator des Integrierten Graduiertenkollegs im SFB, das Doktorandinnen und Doktoranden inhaltliches Spezialwissen und Methoden der Epigenetik vermitteln wird. Die langfristigen Ziele des SFB 992 liegen in der Umsetzung epigenetischer Forschungsergebnisse zur Verbesserung von Diagnose und Therapie verschiedener Krankheiten.

07/2012