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Auf der Suche nach leberschonenden Medikamenten

Viele Arzneimittel gefährden die Leber. Durch Medikamente hervorgerufene Leberschäden sind einer der wichtigsten Gründe für Leberversagen und Lebertransplantationen in der westlichen Welt. Trotzdem ist die Vorhersage, welche Wirkstoffe sich als giftig für das Organ erweisen und welche nicht, noch immer enorm schwierig. Oftmals werden die Probleme erst erkannt, wenn ein Medikament bereits zugelassen und auf dem Markt ist.

Prof. Dr. Jens Timmer, Direktor der FRIAS School of Life Sciences – LifeNet, ist Projektpartner eines Konsortiums, das dieses Problem lösen will und von der EU und der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA) mit insgesamt 34,7 Millionen Euro für fünf Jahre gefördert wird. Im Rahmen ihrer Initiative „Mechanism Based Improved Systems for the Prediction of Drug-Induced Liver Injury (MIP-DILI)“ sollen neue Testverfahren entwickelt werden, die zu einem frühen Zeitpunkt in der Arzneimittelentwicklung das leberschädigende Potential eines Wirkstoffs erfassen können und Patienten künftig ein Leberversagen ersparen sollen. Dafür wollen die Projektpartner genauer untersuchen, welche Prozesse in der Leber durch toxische Medikamente in Gang gebracht werden. Jens Timmer, Experte für die Modellierung von Stoffwechselvorgängen in der Leber, wird an der Entwicklung neuer Computermodelle mitarbeiten. Sie sollen die komplexen Wechselbeziehungen offenlegen, durch die das medikamenteninduzierte Leberversagen ausgelöst wird. Das neue Konsortium besteht aus 11 pharmazeutischen Großkonzernen, sechs kleineren und mittel-ständischen Unternehmen sowie acht akademischen Partnern und einer Patientenorganisation.

Leberzellen_mittel

Gesunde Leberzellen, die nicht durch Medikamente geschädigt sind.
Foto: Dr. María Matilde Bartolomé Rodríguez

04/2012