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„Interkit“ – ein internationales Bündnis gegen China?

Eine der Kernfragen osteuropäischer Geschichtsschreibung zwischen 1949 und 1989 lautet:  Inwieweit konnten die verschiedenen kommunistischen Parteien und ihre Führungskader eigene nationale Interessen umsetzen und inwieweit waren sie vor allem Vollstrecker sowjetischer Vorgaben. Oder anders formuliert: Wo lagen die Grenzen der politischen Handlungsfähigkeit und welche innerstaatlichen und internationalen Faktoren definierten diese Grenzen?

Der Workshop „Interkit“, der vom 12.-13. Mai 2011 im FRIAS-Haus, Albertstraße 19, stattfindet, will jene Mechanismen herausarbeiten, die sowohl Kooperationen wie auch Konflikte innerhalb der sozialistischen Welt steuerten. Dabei soll auch die Frage beantwortet werden, wie die verschiedenen Kräfte vor dem Hintergrund ihrer unterschiedlichen politischen und kulturellen Traditionen sowie ihrer differierenden geopolitischen Lage unter dem Einfluss der Sowjetunion interagierten.  Dazu werden vor allem die Beziehungen zwischen verschiedenen osteuropäischen Ländern und der Volksrepublik China analysiert. Denn der Konflikt zwischen China und der Sowjetunion in den 1960er-, 70er- und auch 80er-Jahren forderte die Sowjetunion in ihrem Führungsanspruch innerhalb des kommunistischen Lagers massiv heraus.
Die Teilnehmer des Workshops werden auf die Chinapolitik verschiedener Ostblockländer und auf die Strategien einzelner Staaten blicken, die damals versuchten, eigene nationale Interessen gegen den Druck der Sowjetunion durchzusetzen. Der Fokus der Analyse wird dabei auf Interkit liegen. Diese niemals genau definierte Bezeichnung steht für eine Serie von Treffen, die von 1967 bis in die Mitte der achtziger Jahre stattfanden und an denen hohe Parteifunktionäre aus sieben sozialistischen Ländern teilnahmen, um über den Umgang mit China zu beraten.

Veranstalter des Workshops ist Péter Vámos, External Senior Fellow der FRIAS School of History.

05/2011