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Internationale Konferenzen zur globalen und europäischen Geschichtsschreibung an der FRIAS School of History

Die von der Volkswagen Stiftung geförderte Tagung „Global Dialogues on Global History“ befasst sich mit der Konzeption einer globalen Geschichtsschreibung. Die Konferenz will den internationalen Dialog zwischen den verschiedenen regionalen und konzeptionellen Ansätzen einer weltumspannenden Geschichtsbetrachtung fördern und schließt an die im Winter 2008 veranstaltete Konferenz „Global History, Globally“ an, die gemeinsam von der Harvard University und der Duke University veranstaltet wurde. Wissenschaftler aus allen Teilen der Erde stellten damals ihren jeweils eigenen Blickwinkel  auf die Globalgeschichtsschreibung vor. Auf der nun in Freiburg stattfindenden Konferenz sollen jene Themenfelder, die sich während der ersten Konferenz als bedeutsam herauskristallisiert haben, vertieft diskutiert werden. Dazu zählt der Blick auf die unterschiedliche  Entstehung, Verbreitung, Verwendung und Bewahrung von globalem historischem Wissen genauso wie die Spannungen, die aus den in verschiedenen Teilen der Welt gepflegten nationalen und globalen historischen Ansätzen, erwachsen.

Die Konferenz „Global Dialogues on Global History“ findet vom 24.05. – 26.05. 2010 im FRIAS-Haus, Albertstraße 19, D-79104 Freiburg statt. Um Anmeldung wird gebeten.

Die Tagung „Making Europe“ widmet sich der europäischen Geschichtsschreibung und wagt damit einen kritischen Blick auf das vorherrschende europäische Selbstverständnis. In den letzten Jahren ist die Anzahl wissenschaftlicher Schriften, die sich mit der Geschichte des europäischen Kontinents beschäftigten, geradezu explodiert. Viele dieser Arbeiten befürworten  den sich nach innen richtenden Blick eines Europa, das sich - seine Erfolge, seine Fehler und seine Tragödien - im Wesentlichen aus sich selbst heraus definiert. Diese Perspektive, die  Europa von anderen Regionen in der Welt abgrenzt, stellen die Organisatoren der Tagung in Frage. „Making Europe“ formuliert  durch die Untersuchung der ökonomischen, kulturellen, ideologischen, wissenschaftlichen und politischen Verbindungen Europas (und insbesondere  seiner sehr unterschiedlichen Regionen) zum Rest der Welt eine nachhaltige Kritik an dieser Perspektive. Die Konferenz und die aus ihr resultierenden Ergebnisse werden anders als der Großteil der zum Thema vorhandenen Literatur darlegen, dass vieles von dem, was als „europäisch“ bezeichnet wird, eigentlich das Ergebnis des wechselseitigen Austausches zwischen einzelnen europäischen Regionen und anderen Teilen der Welt ist. Es wird sich zeigen, dass die Bemühungen, eine Geschichte Europas ausschließlich aus sich selbst heraus zu schreiben, zwar durchaus bestimmte politische Bedürfnisse der heutigen Zeit bedienen, dass sie letztendlich aber historisch ungenau sind.

Die Tagung „Making Europe“ findet vom 27.05. – 29.05. 2010 in der Aula, KG I, Platz der Universität 3, D-79098 Freiburg statt. Um Anmeldung wird gebeten.

Im Rahmen der Konferenz „Making Europe“ spricht Enrique Dussel (Mexiko) in einem öffentlichen Vortrag am Freitag, 28. Mai 2010, um 18 Uhr im Hörsaal 1199, KG I, Platz der Universität 3, zum Thema: „Modern Europe in World History: A Non-Eurocentric Interpretation“.

05/2010